13.07.2026 • Nachrichten

BAM und TU Berlin eröffnen Joint Institute für Anlagensicherheit

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und die Technische Universität Berlin haben das Berlin Joint Institute for Plant Safety and Process Engineering eröffnet. Die Forschungsplattform soll verfahrenstechnische Anlagen sicherer, nachhaltiger und effizienter machen – vom digitalen Modell über Pilotanlagen bis zum Großversuch im Realmaßstab.

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BIPSE Auftaktveranstaltungauf dem TTS in Horstwalde, Prof. Dr. Katharina Löwe (BAM), Prof. Dr. Jens-Uwe Repke (TU Berlin), Dr. Erik Esche (BAM), Dr. Kai Holtappels (BAM), Prof. Dr. Christian Hoffmann (TU Berlin) (v.l.n.r.)
BIPSE Auftaktveranstaltungauf dem TTS in Horstwalde, Prof. Dr. Katharina Löwe (BAM), Prof. Dr. Jens-Uwe Repke (TU Berlin), Dr. Erik Esche (BAM), Dr. Kai Holtappels (BAM), Prof. Dr. Christian Hoffmann (TU Berlin) (v.l.n.r.)
© BAM

Die Abteilung Prozess- und Anlagensicherheit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und das Fachgebiet Dynamik und Betrieb technischer Anlagen der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) haben das Berlin Joint Institute for Plant Safety and Process Engineering eröffnet. Die gemeinsame Forschungsplattform soll verfahrenstechnische Anlagen künftig sicherer, nachhaltiger und effizienter machen – vom digitalen Modell über Pilotanlagen bis zum Großversuch im Realmaßstab. Wasserstoff, Digitalisierung und nachhaltige Produktion stellen die chemische und verfahrenstechnische Industrie vor neue Sicherheitsfragen. Das Joint Institute verbindet zwei Disziplinen, die bislang meist getrennt betrachtet werden: die Systemverfahrenstechnik mit Fokus auf Auslegung, Betrieb und Optimierung verfahrenstechnischer Anlagen sowie die Prozess- und Anlagensicherheit.

Sichere Energieträger und robuste Anlagen im Fokus

Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz werden von Beginn an gemeinsam gedacht – von der Entwicklung neuer Verfahren über deren experimentelle Erprobung bis hin zur sicherheitstechnischen Bewertung im industriellen Maßstab. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die sichere Nutzung neuer Energieträger, insbesondere Wasserstoff, KI-gestützte Methoden für Anlagendesign und -betrieb, Sicherheitsbewertung, nachhaltige Chemie sowie resiliente industrielle Infrastrukturen. Damit leistet das Institut einen Beitrag zur Energiewende, zur digitalen Transformation der Industrie und zu einer sicheren und ressourcenschonenden Produktion. Durch die enge Verzahnung entsteht eine integrierte und durchgängige Forschungsplattform: Digitale Modelle können mit realen Sicherheitsexperimenten validiert werden, gleichzeitig liefern Simulationen gezieltere Grundlagen für aufwendige Großversuche. Dadurch lassen sich Prozessrisiken früher erkennen, Forschungsprozesse effizienter gestalten und neue Erkenntnisse schneller in industrielle Anwendungen überführen.

Sicherheitstechnik trifft Systemverfahrenstechnik

Die Abteilung Prozess- und Anlagensicherheit der BAM bringt ihre Expertise in der Prozess- und Anlagensicherheit, in Großversuchen im Realmaßstab, regulatorischen Bewertungsmethoden sowie im Umgang mit gefährlichen Stoffen ein. Das Fachgebiet Dynamik und Betrieb technischer Anlagen der TU Berlin ergänzt diese Kompetenzen durch Forschung in der Modellierung, Simulation und Optimierung verfahrenstechnischer Prozesse sowie durch Experimente im Pilot- und Miniplant-Maßstab.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Katharina Löwe, Abteilungsleiterin Prozess und Anlagensicherheit an der BAM, erklärt: „Das Berlin Joint Institute baut auf der langjährigen Zusammenarbeit von BAM und TU Berlin auf. Elf gemeinsam betreute Promotionen zeigen, wie erfolgreich wir Anlagensicherheit und Prozessoptimierung bereits verbinden. Mit dem Joint Institute stärken wir diese Kooperation und machen sie sichtbarer.“

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Jens-Uwe Repke, Leiter des Fachgebietes Dynamik und Betrieb technischer Anlagen und Vizepräsident der TU Berlin für Forschung und Transfer, ergänzt: „Was dieses Institut so besonders macht, ist die Breite der Ebenen, auf denen die Zusammenarbeit gelebt wird: von Studierenden über Technikerinnen bis hin zu Wissenschaftlerinnen jeder Karrierestufe. Wir bilden damit eine neue Generation von Fachleuten aus, die Verfahrensentwicklung, Prozessoptimierung und Anlagensicherheit von Anfang an gemeinsam denken.“

Beitrag zur Stärkung der Ausbildung

Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, Daten und Methoden erleichtert Forschung und Transfer. Davon profitieren insbesondere die Chemie- und Prozessindustrie, die Energiewirtschaft sowie Wissenschaft und Politik. Gleichzeitig stärkt das Joint Institute die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Studierende, Promovierende und Postdocs erhalten Zugang zu komplementären Kompetenzen und Ressourcen in Prozessoptimierung, Sicherheitstechnik und experimenteller Forschung über verschiedene Maßstabsebenen hinweg. Auf diese Weise leistet die Kooperation einen Beitrag zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Berlin.

Die Eröffnung fand im Rahmen eines gemeinsamen wissenschaftlichen Programms auf dem Testgelände Technische Sicherheit der BAM in Horstwalde (Brandenburg) statt. Neben der offiziellen Eröffnung standen Fachvorträge, Demonstrationsversuche sowie eine Postersession zum wissenschaftlichen Austausch zwischen Forschenden beider Einrichtungen auf dem Programm.

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Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Unter den Eichen 87
12205 Berlin
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