BASF steigert Ergebnis im zweiten Quartal und hebt Prognose an
Der Chemiekonzern BASF hat im zweiten Quartal 2026 in fast allen Segmenten das Ergebnis gesteigert. Der Umsatz stieg auf 17,2 Mrd. EUR, das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 2,4 Mrd. EUR. Wegen der guten Geschäftsentwicklung erwartet das Unternehmen nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 Mrd. EUR und 7,7 Mrd. EUR für das Gesamtjahr.
Höhere Preise und Mengen treiben das Ergebnis, BASF hebt die Jahresprognose für 2026 an.

Der Chemiekonzern BASF hat im zweiten Quartal 2026 in fast allen Segmenten das Ergebnis gesteigert. Höhere Preise und höhere Mengen trugen gleichermaßen dazu bei. „Wir haben die Position von BASF im Markt weiter gestärkt und große Fortschritte bei unseren Restrukturierungsmaßnahmen sowie bei der Weiterentwicklung unseres Portfolios erzielt", sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Kamieth bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann. Bereits am 15. Juli 2026 hatte das Unternehmen vorläufige Zahlen vorgelegt, da das EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,4 Mrd. EUR die durchschnittlichen Analystenerwartungen deutlich übertroffen hatte.
Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal deutlich gestiegen
Der Umsatz lag im zweiten Quartal 2026 bei 17,2 Mrd. EUR und damit 2,4 Mrd. EUR über dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend waren ein Preisanstieg von 11,5% und ein Mengenwachstum von 7,3%. Die Preise zogen vor allem in den Segmenten Chemicals, Surface Technologies, Materials und Industrial Solutions an, während Agricultural Solutions und Nutrition & Care rückläufige Preise verzeichneten. Nur im Segment Surface Technologies gingen die Mengen leicht zurück, in allen anderen Segmenten stiegen sie. Währungseffekte belasteten den Umsatz aller Segmente. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 854 Mio. EUR auf 2,4 Mrd. EUR, getragen von Materials, Chemicals und Industrial Solutions. Das EBITDA insgesamt stieg auf 2,0 Mrd. EUR nach 1,3 Mrd. EUR im Vorjahresquartal; Sondereinflüsse von minus 484 Mio. EUR entfielen vor allem auf Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Ludwigshafen und die Einführung neuer ERP-Systeme. Das EBIT lag bei 937 Mio. EUR, das Ergebnis vor Ertragsteuern bei 780 Mio. EUR.
Verkauf des Coatings-Geschäfts treibt Nettoergebnis
Das Ergebnis nach Steuern stieg im zweiten Quartal deutlich auf 4,2 Mrd. EUR nach 108 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Enthalten war ein Veräußerungsgewinn von 3,5 Mrd. EUR nach Steuern aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sank auf 524 Mio. EUR, vor allem wegen einer höheren Mittelbindung im Umlaufvermögen infolge gestiegener Rohstoffpreise. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit stieg auf 5,5 Mrd. EUR, unter anderem durch die Kaufpreiszahlung aus dem Coatings-Verkauf sowie Einzahlungen von 522 Mio. EUR aus dem Verkauf von Anteilen an Harbour Energy. Der Free Cashflow lag bei minus 189 Mio. EUR.
Fortschritte bei Restrukturierung und Kosteneinsparungen
Kamieth sprach von großen Fortschritten bei der „Winning Ways"-Strategie: „Wir haben unsere Kosten gesenkt, die Investitionsausgaben reduziert und die Auslastung unserer Anlagen erhöht." Zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 baute das Unternehmen weltweit rund 7.000 Stellen ab, ohne Personalrückgänge durch Devestitionen oder den Stellenaufbau am neuen Verbundstandort in Zhanjiang. Im Mai 2026 sank die Zahl der Vollzeitstellen am Standort Ludwigshafen erstmals seit 1954 auf unter 30.000. Seit 2024 stieg der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten in Ludwigshafen von 78% auf 88%.
Prognose für 2026 nach oben angepasst
Vor dem Hintergrund der guten Geschäftsentwicklung hat BASF die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Erwartet wird nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 Mrd. EUR und 7,7 Mrd. EUR, nach zuvor 6,2 Mrd. EUR bis 7,0 Mrd. EUR. Beim Free Cashflow (1,5 Mrd. EUR bis 2,3 Mrd. EUR) und den CO₂-Emissionen (17,2 Mio. t bis 18,2 Mio. t) bleibt der Ausblick unverändert. Das Unternehmen passte zugleich seine Annahmen zur Weltwirtschaft an: Es rechnet mit einem BIP-Wachstum von 2,5% (zuvor 2,7%), einem Wachstum der Chemieproduktion von 1,8% (zuvor 2,4%) sowie einem Ölpreis der Sorte Brent von durchschnittlich 80 USD je Barrel (zuvor 65 USD).
















