Batteriezellforschung Münster: Richtfest für Fraunhofer FFB Fab markiert Gigafactory-Maßstab
Mit dem Richtfest am 13. Juli 2026 beginnt in Münster der entscheidende Bauabschnitt der Fraunhofer-Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB). Auf mehr als 20.000 m² entsteht die FFB Fab, die den Übergang von der Pilotlinie zur Gigafactory-Produktion erforschbar macht. Bund und Land investieren rund 1 Mrd. EUR in das Vorhaben, das Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette offensteht. Der Ausbau fällt in eine Phase, in der europäische Zellhersteller wie Northvolt und ACC mit Insolvenz beziehungsweise Verzögerungen zu kämpfen haben.
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Mit dem Richtfest am 13. Juli 2026 beginnt in Münster der entscheidende Bauabschnitt der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB). Auf dem rund 56.000 m² großen Gelände im Hansa-BusinessPark entsteht mit der FFB Fab ein zweiter Gebäudekomplex mit mehr als 20.000 m² Produktions- und Forschungsfläche. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Bund und Land investieren gemeinsam rund 1 Mrd. EUR in das Gesamtvorhaben: Der Bund stellt bis zu 750 Mio. EUR bereit, das Land Nordrhein-Westfalen rund 320 Mio. EUR als Bauherr über die landeseigene Gesellschaft NRW.URBAN.
Seit 2024 ist der erste Bauabschnitt, die FFB PreFab, in Betrieb. Dort bilden mehr als 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den gesamten Produktionsprozess ab, von der Wareneingangskontrolle bis zur formierten Batteriezelle, bei einer Maschinenkapazität von etwa 200 MWh pro Jahr für die Elektrodenfertigung. Die FFB Fab soll diesen Maßstab auf die Gigafactory-Ebene heben und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette offenstehen, vom Anlagenbauer bis zum Zellhersteller. Konsortialpartner sind neben der Fraunhofer-Gesellschaft das MEET-Batterieforschungszentrum der Universität Münster, der Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen sowie das Helmholtz-Institut Münster.

Der Ausbau fällt in eine Phase, in der die europäische Batteriezellindustrie unter Druck steht. Nach der Insolvenz von Northvolt im März 2025 gerät auch die Automotive Cells Company (ACC), ein Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies, mit einem Werk in Italien ins Straucheln. Der europäische Anteil an der weltweiten Batteriezellproduktion liegt Analysten zufolge bei rund 13 %, wovon der überwiegende Teil auf asiatische Hersteller entfällt. Die FFB positioniert sich vor diesem Hintergrund als offene Forschungsinfrastruktur, die Unternehmen beim Übergang von der Pilotlinie zur industriellen Skalierung unterstützt, jenem Schritt, an dem mehrere europäische Projekte bislang gescheitert sind oder sich erheblich verzögert haben. Ein gemeinsames Whitepaper von Fraunhofer FFB und dem Lehrstuhl PEM beschreibt Ausschussraten von 15 bis 30 % in den ersten Betriebsjahren einer Gigafactory als branchentypisch.















