19.05.2026 • Nachrichten

KEI veröffentlicht Studie zu Transformationsfaktoren für eine klimafreundliche Industrie

Das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien hat die Studie „Transformationsfaktoren für eine klimafreundliche Industrie" veröffentlicht. Auf Basis von 30 Interviews mit Unternehmen, die bereits CO₂-arme Technologien einsetzen, analysiert die Publikation, welche technischen, ökonomischen, infrastrukturellen, regulatorischen und gesellschaftlichen Faktoren die Transformation beeinflussen.

Die 70-seitige Analyse identifiziert beschleunigende und hemmende Faktoren auf dem Weg zur klimaneutralen Industrie und leitet konkrete Handlungsempfehlungen ab.

Bild v.r.n.l.: KEI-Leiter Jakob Flechtner präsentiert zusammen mit Referentin Monica Villanueva und Fachgebietsleiter Dr. Kai Winkelmann die neue Studie „Transformationsfaktoren für eine klimafreundliche Industrie.
Bild v.r.n.l.: KEI-Leiter Jakob Flechtner präsentiert zusammen mit Referentin Monica Villanueva und Fachgebietsleiter Dr. Kai Winkelmann die neue Studie „Transformationsfaktoren für eine klimafreundliche Industrie".
© KEI

Das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) hat die Studie „Transformationsfaktoren für eine klimafreundliche Industrie" veröffentlicht. Die 70-seitige Publikation untersucht datenbasiert, welche Faktoren die industrielle Dekarbonisierung beschleunigen oder bremsen. Grundlage ist die qualitative Analyse von 30 Interviews mit energieintensiven Industrieunternehmen, die bereits CO₂-arme Technologien umsetzen.

Jakob Flechtner, Leiter des KEI, kommentiert die Studienergebnisse: „Die Transformation zur klimaneutralen Industrie ist weit mehr als eine technologische Herausforderung. Ob sie gelingt, entscheidet sich am Zusammenspiel der Transformationsfaktoren. Denn Unternehmen investieren nur dort, wo Energieversorgung, Infrastruktur, Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten, gesellschaftliche Akzeptanz und regulatorische Rahmenbedingungen zusammenpassen."

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Wechselwirkungen zwischen den Faktoren

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die identifizierten Transformationsfaktoren nicht isoliert wirken. Wettbewerbsfähige Energiepreise, verfügbare Infrastruktur und verlässliche Regulierung stärken Investitionsentscheidungen. Fehlende Planungssicherheit und hohe Bürokratie hingegen bremsen Innovationen und verzögern die industrielle Transformation. Aus diesen Wechselwirkungen leitet die Studie ein neues Wirkungsmodell ab, das Transformationsprozesse transparenter und gezielter steuerbar machen soll.

Handlungsempfehlungen für Politik und Industrie

Die Studie richtet konkrete Empfehlungen an Politik und Industrie. Für die Politik steht die Schaffung verlässlicher, langfristiger Rahmenbedingungen im Vordergrund: wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere und einheitlichere Genehmigungsverfahren, der koordinierte Ausbau von Energie- und Wasserstoffinfrastruktur sowie die Entwicklung von Leitmärkten für klimafreundliche Produkte. Auch die Entlastung von Unternehmen bei Betriebskosten wird als wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit in der Transformationsphase genannt. Für die Industrie hebt die Untersuchung regionale Kooperationen, innovative Beteiligungsmodelle und den Austausch von Wissen und Erfahrungen als beschleunigende Erfolgsfaktoren hervor. Die aktive Einbindung und Qualifizierung der Beschäftigten soll zudem dazu beitragen, Investitionen abzusichern und Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen.

Die Studie steht auf der Website des KEI als barrierefreies Dokument zum Download bereit.

Das KEI wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) betrieben.

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