Miltenyi Biotec erweitert Produktionsstandort für klinische Reagenzien in Köln

Miltenyi Biotec treibt den Ausbau seines Produktionsstandorts in Köln voran. Das Unternehmen reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach Zell- und Gentherapien und erweitert gezielt seine Fertigungskapazitäten. Im Fokus steht die Herstellung klinischer Reagenzien für medizinische Anwendungen.
Am Standort wird ein bestehender Gebäudekomplex umfassend modernisiert und technisch neu ausgestattet. Die Anlage firmiert künftig unter dem Namen Cologne Clinical Products Miltenyi Biotec (CPMB). Nach Unternehmensangaben wurde mit der Installation prozesstechnischer Anlagen ein zentraler Projektschritt erreicht. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer unterstützt Miltenyi Biotec bei der zukunftsweisenden Transformation.
Modernisierung bestehender Infrastruktur für sterile Prozesse
Das Projekt nutzt bestehende Gebäudestrukturen und passt diese an die Anforderungen moderner Biotechnologieproduktion an. Auf rund 12.000 m2 entstehen Produktionsflächen, technische Ebenen und Infrastruktur für Personal und Prozesse. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Reinraumbedingungen, die für sterile Herstellungsverfahren erforderlich sind.
„Wir kernsanieren und modernisieren deshalb den gesamten Gebäudekomplex in Köln, um künftig noch mehr Platz für die Produktion von klinischen Reagenzien nach höchsten Qualitätsstandards zu schaffen“, sagt Martin Meyer, Head of Clinical Production bei Miltenyi.
Dabei werden regulatorische Vorgaben der Good Manufacturing Practice (GMP) berücksichtigt. Diese stellen sicher, dass Produkte unter kontrollierten und nachvollziehbaren Bedingungen gefertigt werden. Ergänzend kommt eine digitale Infrastruktur zum Einsatz, die Produktionsabläufe überwacht und dokumentiert.
Energieversorgung und digitale Planung im Fokus
Auch die Energieversorgung wird neu konzipiert. Statt einer zentralen Lösung setzt der Standort künftig auf ein dezentrales System mit Hoch- und Höchsttemperatur-Wärmepumpen. Diese können sowohl Prozesswärme als auch Dampf bereitstellen. Nach Projektangaben lassen sich so Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß reduzieren.
Die Planung und Umsetzung erfolgt unter Einsatz digitaler Modelle im Rahmen eines Building Information Modeling (BIM). Dabei werden Bau- und Betriebsprozesse in einem digitalen Abbild des Gebäudes zusammengeführt.
„Dank des strukturierten BIM-Managements gelingt eine nachvollziehbare und qualitätsgesicherte Projektabwicklung, denn damit sorgen wir teamübergreifend für Transparenz und erhöhen die Effizienz über alle Projektphasen hinweg”, so Sebastian Sebold, Spezialist für BIM-Lösungen bei Drees & Sommer.
Die Inbetriebnahme des modernisierten Standorts ist nach Unternehmensangaben für Ende 2026 vorgesehen.













