NAMUR-Hauptsitzung 2026 stellt Datenpotenzial der Prozessindustrie in den Mittelpunkt
Wie Prozessanlagen ihre vorhandenen Daten konsequenter für digitale Wertschöpfung nutzen können, steht im Fokus der 89. NAMUR-Hauptsitzung. Unter dem Motto „From Smart Shop Floors to Digital Business Models" kommen im November 2026 rund 650 Vertreter aus Industrie, Technologie und Wissenschaft in Neuss zusammen. Sponsor ist Pepperl+Fuchs.
Am 5. und 6. November 2026 treffen sich rund 650 Fachleute der Prozessautomatisierung in Neuss zum Branchenkongress.

Trotz weitreichender Automatisierung bleibt das Datenpotenzial vieler Prozessanlagen bislang ungenutzt. Durchgängige Kommunikations- und Datenstrukturen zwischen Feldebene, Leitsystemen und IT fehlen in zahlreichen Anlagen noch immer – und damit die Grundlage für datengetriebene Produktions- und Geschäftsprozesse. Genau hier setzt die 89. NAMUR-Hauptsitzung an: Unter dem Motto „From Smart Shop Floors to Digital Business Models" laden NAMUR und der diesjährige Sponsor Pepperl+Fuchs am 5. und 6. November 2026 ins Dorint Hotel Neuss ein. Rund 650 Teilnehmer aus Industrie, Technologie und Wissenschaft werden erwartet.
„Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Anlagen – insbesondere im Brownfield – hängt entscheidend davon ab, wie konsequent wir vorhandene Daten nutzen", sagt Tobias Schlichtmann, Vorstandsvorsitzender der NAMUR. „Die technischen Bausteine sind vorhanden – entscheidend ist jetzt, ins Handeln zu kommen. Dazu müssen wir Optimierungshebel mit unmittelbarer Ergebniswirkung identifizieren, effiziente Lösungen bereitstellen und konsequent in den Betrieb überführen. Ich freue mich auf die Innovationsimpulse der Hauptsitzung und den Austausch, wie wir die Umsetzung gemeinsam voranbringen können."
Technologische Ansätze im Fokus
Das Programm beleuchtet anhand konkreter Themenfelder, wie sich vorhandene Anlagendaten systematisch erschließen lassen. Offene Standards wie Ethernet-APL sollen eine robuste Datenanbindung von Feldgeräten in Brownfield- und Greenfield-Anlagen ermöglichen. Virtualisierte Steuerungs- und Bedienkonzepte sollen Skalierbarkeit und Wartungsfreundlichkeit erhöhen. Ansätze wie die Asset Administration Shell schaffen nach Angaben der Veranstalter eine einheitliche Datenbasis vom Shop Floor bis zur Unternehmens-IT. Ergänzt wird das Spektrum durch eigensichere mobile Endgeräte, die auch in Ex-Bereichen ortsunabhängigen Datenzugriff ermöglichen sollen.
Dr. Wilhelm Nehring, CEO der Pepperl+Fuchs Gruppe, ordnet die Rolle von KI in diesem Kontext ein: „Künstliche Intelligenz in der Prozessindustrie ist keine isolierte Softwarelösung, sondern das Ergebnis durchgängiger Feldintegration. Gerade in prozesstechnischen Anlagen entstehen bereits heute große Mengen an Prozess- und Zustandsdaten. Wer KI wirtschaftlich nutzen möchte, muss diese Daten aus dem Feld flächendeckend, standardisiert und über zukunftsfähige Technologien verfügbar machen. Erst so entsteht die Grundlage für datengetriebene Optimierung und neue digitale Wertschöpfung."











