24.04.2026 • Nachrichten

Pharmaverpackungen im Wandel – Interpack 2026 bündelt Lösungen in drei Hallen

© Messe München

Biologika, hochwirksame Wirkstoffe und verschärfte Regulatorik verändern die Anforderungen an Pharmaproduktion und -verpackung. Auf der Interpack 2026 zeigen führende Maschinenbauer in den Hallen 15 bis 17, wie Automatisierung, Datenintegration und nachhaltigere Verpackungslösungen in der Praxis zusammenwachsen.

Die Pharmaindustrie steht unter erheblichem Druck: Biologika, Zell- und Gentherapien sowie hochwirksame Wirkstoffe erfordern flexiblere und vernetzte Produktionssysteme. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen an Qualität, Sterilität und Rückverfolgbarkeit. Volatile Lieferketten und wachsender Kostendruck kommen hinzu. Die Interpack 2026, die vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf stattfindet, bündelt das Angebot für diesen Bereich konzentriert in den Hallen 15 bis 17. Auf rund 40.000 m² zeigen Unternehmen wie IMA, Fette Compacting, Uhlmann Pac-Systeme, Marchesini Group, Bausch & Ströbel, Groninger, MULTIVAC Health Packaging, Körper Pharma, Romaco, OPTIMA, Harro Höfliger Verpackungsmaschinen und CAM ihre aktuellen Ansätze für Produktion und Verpackung im Pharmabereich.

Der globale Markt für pharmazeutische Produkte belief sich 2024 auf rund 1,9 Bio. EUR; bis 2029 wird ein Wachstum von 24% erwartet. Treiber sind bevölkerungsreiche Wachstumsmärkte in China, Indien, Brasilien sowie Regionen in Südostasien, Nordafrika und dem Mittleren Osten.

Automatisierung und Nachhaltigkeit als strategische Prioritäten

Thomas Fricke, Commercial Director bei IMA
Thomas Fricke, Commercial Director bei IMA
© IMA Pharma

„Die Pharmaindustrie steht aufgrund des Vormarsches von Biologika, Zell- und Gentherapien sowie hochwirksamen Wirkstoffen unter erheblichem Druck. All diese Bereiche erfordern fortschrittlichere, flexiblere und vernetzte Technologien. Zudem werden die regulatorischen Anforderungen an Qualität, Sterilität und Rückverfolgbarkeit in Echtzeit immer strenger", erklärt Thomas Fricke, Commercial Director bei IMA. Pharmahersteller reagieren darauf mit verstärkten Investitionen in Automatisierung, KI-gestützte Systeme und durchgängige Datenvernetzung.

Joachim Dittrich, CEO von Fette Compacting, sieht den Bedarf nach integrierten Lösungen als entscheidend: „Steigende regulatorische Anforderungen, hoher Kosten- und Preisdruck sowie auslaufende Patente zwingen zu kürzeren Time-to-Market-Zyklen. Gleichzeitig verändern hochaktive Wirkstoffe und individualisierte Therapien die Anforderungen an Produktion und Containment. Unternehmen müssen heute Entwicklung, Technologietransfer und Produktion datenbasiert verzahnen, statt isoliert zu optimieren – nur so lassen sich Prozesse effizient, sicher und skalierbar gestalten."

Michael Mrachacz, CSO & Managing Director Uhlmann Pac-Systeme
Michael Mrachacz, CSO & Managing Director Uhlmann Pac-Systeme
© Uhlmann

Michael Mrachacz, CSO und Managing Director von Uhlmann Pac-Systeme, benennt einen weiteren Zielkonflikt: „Vor allem steigende Anforderungen an Automatisierung, Datensicherheit und Nachhaltigkeit treiben den Transformationsdruck voran. Verschärft wird das durch regulatorische Vorgaben wie die PPWR. Daraus entsteht ein Zielkonflikt zwischen Produktschutz, reduziertem Verpackungsvolumen und Wirtschaftlichkeit."


Valerio Soli, CEO der Marchesini Group
Valerio Soli, CEO der Marchesini Group
© Marchesini Group

Konkrete Lösungen auf dem Messegelände

In Halle 17 zeigt IMA auf über 4.500 m² unter anderem Magnetschwebetechnologien für vollständig handschuhlose Abfülllinien bei Zelltherapieprodukten, eine neue Generation von Tablettenpressen, nachhaltige Blisterlösungen sowie KI-gestützte Tools zur vorausschauenden Wartung. Uhlmann präsentiert in Halle 15 das PTC 200 für Parenteralia in Karton-Mono-Verpackungen und die BEC 500 als integrierte Blister- und Kartonierlösung. In Halle 16 zeigt Fette Compacting Continuous Manufacturing mit der FE CPS, Containment-Lösungen sowie Emulatoren und Lab Services. Die Marchesini Group stellt ebenfalls in Halle 15 Robotik- und KI-Lösungen sowie Fortschritte bei der Ablösung von PVC durch recycelbare Monomaterialien wie R-PET und PP vor.

Weitere Details zu allen teilnehmenden Unternehmen und ihren Lösungen finden Besucherinnen und Besucher in der Aussteller- und Produktdatenbank: http://www.interpack.com/1410


Anbieter

Messe Düsseldorf GmbH

Messeplatz
40474 Düsseldorf
Deutschland

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