VDMA zur IFAT Munich 2026: Europa gewinnt als Absatzmarkt, USA und China schwächeln
Kurz vor der IFAT Munich 2026 hat der VDMA Branchenzahlen für die ausstellenden Maschinenbau-Fachzweige veröffentlicht. Das Bild ist differenziert: Europa gewinnt als Abnehmerregion für deutsche Umwelt- und Prozesstechnologien an Gewicht, während die Märkte USA und China an Dynamik verlieren. Abfall- und Recyclingtechnik sowie Kompressoren zeigen Erholungstendenzen, Industriearmaturen und Verfahrenstechnik stehen unter Druck.
Aktuelle Branchenzahlen der ausstellenden Maschinenbau-Fachzweige zeigen eine deutliche Verschiebung der Nachfrage hin zum europäischen Markt.
Kurz vor der IFAT Munich 2026 hat der VDMA aktuelle Konjunktur- und Außenhandelsdaten für die ausstellenden Maschinenbau-Fachzweige vorgelegt. Das Bild ist je nach Segment unterschiedlich, doch ein Trend zieht sich durch alle Bereiche: Europa gewinnt als Absatzmarkt an Gewicht, während die beiden großen Einzelmärkte USA und China an Bedeutung verlieren. „Europa ist ein wichtiger Abnehmer für Umwelttechnologien aus Deutschland", sagt Richard Clemens, Sprecher des VDMA Forum Prozesstechnik. „Auf der internationalen Leitmesse IFAT Munich können Aussteller und Besucher die Innovationskraft der Branche live erleben."
Abfall- und Recyclingtechnik mit Aufwärtstrend
Die Abfall- und Recyclingtechnik blickt nach einem durchwachsenen Jahr 2025 wieder zuversichtlich nach vorne. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage des zuständigen VDMA-Fachverbands erwarten die Hersteller für 2026 ein Umsatzwachstum von nominal 2,3%. Nach einem leichten Rückgang von 1,3% im Jahr 2024 und einer ersten Erholung von 1,5% im Jahr 2025 deutet sich damit eine stabilere Entwicklung an. Beim Auftragseingang fällt die Dynamik noch ausgeprägter aus: Nachdem 2024 ein reales Minus von 0,8% verbucht wurde und 2025 bereits ein Plus von 2,2% folgte, rechnen die Hersteller 2026 mit einem Orderzuwachs von 4,5%.
Regional zeigt sich eine klare Verschiebung: Rund 60% der Exporte dieser Branche sollen 2026 auf EU-Staaten entfallen, deutlich mehr als im Vorjahr. Die Exportanteile von Nicht-EU-Ländern sinken laut Herstellereinschätzung auf 7,8%, der Anteil Nordamerikas auf 9,0%. China fällt mit einem prognostizierten Exportanteil von lediglich 0,6% nahezu aus dem Bild. Die Branche profitiert dabei vor allem von EU-weiten Investitionen in die Kreislaufwirtschaft sowie von strengeren Umweltvorgaben und politischen Förderprogrammen.
Allgemeine Lufttechnik: Ausland stabilisiert
Für die Allgemeine Lufttechnik ergibt sich ein gemischtes Bild. Im Jahr 2025 lag der reale Auftragseingang insgesamt 5% unter dem Vorjahresniveau; das Inlandsgeschäft brach sogar um 14% ein. Das Auslandsgeschäft wirkte mit einem Plus von 5% stabilisierend. Zu Jahresbeginn 2026 zeichnete sich eine deutliche Belebung ab: In den ersten beiden Monaten stieg der Gesamtauftragseingang um 13% über den Vorjahreszeitraum, das Auslandsgeschäft legte dabei um 24% zu.
Im Außenhandel erreichten die deutschen Exporte der Allgemeinen Lufttechnik 2025 ein Volumen von 14,5 Mrd. EUR und lagen damit knapp über dem Vorjahr (plus 1%). Während die Exporte in die USA als größten Einzelmarkt um 5% zurückgingen und China einen deutlich stärkeren Rückgang von 14% verzeichnete, behauptete der EU-Binnenmarkt mit plus 2% seine zentrale Rolle und nahm mehr als die Hälfte der Gesamtausfuhren auf. Auf der Importseite belief sich der Importwert 2025 auf rund 11,6 Mrd. EUR, wovon etwa 7,9 Mrd. EUR aus der EU-27 stammten.
Industriearmaturen unter Druck
Nach einem starken Jahr 2025 – der Umsatz wuchs um 7%, preisbereinigt um 4%, die Auslandsumsätze sogar um 9% – ist die Industriearmaturenbranche deutlich schwächer ins Jahr 2026 gestartet. Bereits vor dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten zeigten sich Bremsspuren: Die Umsätze sanken von Januar bis Februar um 8%, preisbereinigt sogar um 10%. Im Inland betrug das Minus 9%, im Ausland 7%. Im Exportgeschäft fiel China erstmals seit vielen Jahren auf Rang zwei der wichtigsten Abnehmerländer zurück; die USA übernahmen die Spitzenposition. Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten wuchsen bis Ende Februar um 5%, die Exporte in die EU legten ebenfalls um 5% zu. Europa bleibt mit rund 48% der Ausfuhren die klar wichtigste Abnehmerregion.
Der VDMA Armaturen rechnet für 2026 mit einem leichten Umsatzrückgang. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, Lieferengpässe bei Vorprodukten und eine spürbare Investitionszurückhaltung in wichtigen Absatzmärkten belasten die Branche. Auf längere Sicht bewertet der Verband die Perspektiven jedoch positiv.
Flüssigkeitspumpen und Kompressoren mit unterschiedlichen Signalen
Der Export von Flüssigkeitspumpen (ohne Hydropumpen) legte 2025 um 1,7% auf 6,3 Mrd. EUR zu. Die EU-27 war mit einem Anteil von 47% der bedeutendste Abnehmermarkt; die wichtigsten Einzelabnehmer waren die USA (648 Mio. EUR), China (521 Mio. EUR) und Frankreich (387 Mio. EUR). Die realen Auftragseingänge lagen 2025 um 2% über dem Vorjahr, in den ersten beiden Monaten 2026 wurde jedoch ein Minus von 8% verbucht. Zum Jahresstart 2026 bewerteten 60% bzw. 50% der Pumpenhersteller die Lage in den Kundenbranchen Wasser bzw. Abwasser als gut bis sehr gut.
Bei Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik sank der Export 2025 um 5,3% auf 5,9 Mrd. EUR. In den ersten beiden Monaten 2026 fiel er um weitere 8% auf 915 Mio. EUR. Dem steht ein deutlicher Auftragsschub gegenüber: Die realen Auftragseingänge lagen im Januar und Februar 2026 um 15% über dem Vorjahreszeitraum, nachdem sie 2025 noch um 16% eingebrochen waren.
Verfahrenstechnik: Inlandsmarkt bleibt schwach
Der Maschinenbau-Fachzweig Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate verbuchte 2025 Exporte von rund 6,3 Mrd. EUR, ein Plus von 3,6% gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem EU-Geschäft, während die Ausfuhren in die USA und nach China rückläufig waren. In den ersten beiden Monaten 2026 ergab sich insgesamt ein Exportminus von 4,7%. Die Entwicklung verlief regional sehr unterschiedlich: Die Ausfuhren in die USA brachen um 32,2% ein, China verzeichnete dagegen ein Plus von 37%. Die Auftragseingänge 2025 waren schwach: Das Inlandsgeschäft ging preisbereinigt um 11% zurück, die Auslandsbestellungen sanken um 33%. Im Februar 2026 zogen die Inlandsbestellungen real um 7% an, die Auslandsorders sogar um 42%, angeführt von Euro-Partnerländern mit plus 47%. Strukturell belastend bleiben hohe Produktionskosten und steigende Energiepreise. Die Exporte der Wasser- und Abwassertechnik, als Teilbranche der Verfahrenstechnik, stiegen 2025 um 5,6% auf 1,37 Mrd. EUR, schwächten sich in den ersten zwei Monaten 2026 aber wieder um 5,3% ab.
VDMA mit Spotlight Area Textilrecycling
Auf der IFAT Munich 2026 begleitet der VDMA die Messe mit der Spotlight Area „Circular Textile Handling – Towards a Better Future" in Halle B4.151, 250. Gemeinsam mit Lindner Recyclingtech, EREMA Engineering Recycling Maschinen und Anlagen sowie Fraunhofer Umsicht zeigt der Verband, wie aus Alttextilien nutzbare Ressourcen werden. Das Programm umfasst Themen von der Textilvorbehandlung über Sortierung und Verwertung bis hin zur Abwasserbehandlung und zum Batterie- und Kunststoffrecycling.












