13.04.2026 • Nachrichten

Wasserchemische Gesellschaft feiert 100 Jahre mit Jahrestagung in Kiel

Die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker, begeht ihr hundertjähriges Bestehen mit der Jahrestagung „Wasser 2026" in Kiel. Vom 11. bis 13. Mai 2026 diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Herausforderungen der Wasserchemie – im Mittelpunkt stehen PFAS, Mikroplastik und Spurenstoffe in Trinkwasser und Gewässern.

Die Konferenz „Wasser 2026" vom 11. bis 13. Mai widmet sich PFAS, Mikroplastik und Spurenstoffen in Gewässern

Die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), feiert ihr hundertjähriges Bestehen mit der Jahrestagung „Wasser 2026". Vom 11. bis 13. Mai 2026 kommen Fachleute aus Wissenschaft, Forschung und Praxis in Kiel zusammen – dem Ort, an dem die Fachgruppe 1926 gegründet wurde.

Das Programm spiegelt die thematische Breite der Wasserforschung wider: Schwerpunkte bilden Mikroplastik in marinen Gewässern und Binnengewässern sowie die Belastung von Trinkwasser durch Spurenstoffe. Besonderes Gewicht liegt auf per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS – sogenannten Ewigkeitschemikalien. Diese Verbindungen werden unter anderem zur Imprägnierung von Textilien, in Antihaftbeschichtungen, Feuerlöschschäumen sowie in der Halbleiter- und Elektronikproduktion eingesetzt. Sie sind in Umwelt und Trinkwasser nachweisbar, können bereits bei niedrigen Konzentrationen kritisch sein und lassen sich mit gängigen Verfahren der Wasseraufbereitung kaum entfernen. Die Tagung präsentiert aktuelle Ergebnisse zu Nachweis und Entfernung von PFAS.

Prof. Dr. Thomas Ternes, Vorsitzender der Wasserchemischen Gesellschaft und Leiter der Abteilung Qualitative Gewässerkunde der Bundesanstalt für Gewässerkunde, betont die interdisziplinäre Ausrichtung der Fachgruppe: „Diese Breite ist ihr zentrales Markenzeichen und macht sie stark im Umgang mit Herausforderungen wie Klimawandel oder PFAS."

Preise der Wasserchemischen Gesellschaft

Im Rahmen der Tagung werden vier Auszeichnungen vergeben, drei davon gefördert durch die Walter-Kölle-Stiftung. Den Preis der Wasserchemischen Gesellschaft (3.000 EUR) erhält Dr. Stephanie Spahr, Gruppenleiterin am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, für ihre Arbeiten zur chemischen Belastung urbaner Gewässer und zur Aufbereitung von Regenwasser. Den Promotionspreis Wasserchemie (1.500 EUR) erhält Dr. Finnian Freeling für seine Dissertation an der Universität Koblenz über persistente Transformationsprodukte von Spurenstoffen. Der Student Water Award (je 500 EUR) wird 2026 erstmals vergeben und geht an Jennifer Schmidt (Goethe-Universität Frankfurt), Anita Lopes Souto (Universität Zürich und Eawag in Dübendorf) sowie Emily Lichtenwald (Universität Leipzig und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig). Die Ehrennadel der Wasserchemischen Gesellschaft erhält Dr. Michael Petri von der ZV Bodensee-Wasserversorgung.

Weitere Informationen zur Tagung sind unter www.gdch.de/wasser2026 abrufbar.

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