14.07.2026 • Praxisberichte

Biosensoren überwachen Zellkulturen für personalisierte Krebstherapien

Für Zell- und Gentherapien gegen Leukämie und andere Krebsformen sind präzise Prozesskontrolle und minimale Probenmengen entscheidend. IST Jobst entwickelt im EU-Projekt PAT4CGT miniaturisierte Biosensoren, die Glukose, Glutamin, Glutamat und Laktat kontinuierlich messen. Im Interview erläutert Gründer Gerhard Jobst, welche technischen und regulatorischen Hürden die breite Markteinführung noch bremsen.

Interview mit Gerhard Jobst, Gründer von IST Jobst

Gerhard Jobst, 
Gründer von IST Jobst
Gerhard Jobst, Gründer von IST Jobst
© Endress+Hauser

Sensoren von IST Jobst überwachen im Rahmen des von der EU geförderten PAT4 CGT-Projekts Produktionslinien in Herstellungsprozessen der Zell- und Gentherapie. Beim langfristigen Ziel, diese Prozesse breit in der Industrie zu etablieren, sind einige Hürden zu überwinden, wie Gründer Gerhard Jobst im Interview betont.

Medizinische Forschung muss dem Wohle der Menschheit dienen. Projekte wie PAT4 CGT haben zum Ziel, therapeutische Ansätze der Zell- und Gentherapie auch für größere Patien­tengruppen zu erschließen. Die vielversprechenden Ansätze hängen dabei, anders als bei anderen biopharmazeutischen Produktionen, von der zuverlässigen Verarbeitung kleiner, oft patientenbezogener Probenmengen ab. Um stabile und erfolgreiche Herstellungsprozesse mit Zellkulturen für solche neuartigen Krebstherapien zu betreiben, spielen Biosensoren auf Enzymbasis eine Schlüsselrolle.
In den vergangenen Jahren ist die Prozess­analysentechnik immer näher an die biotechnologischen Reaktoren herangerückt. Verfahren optimal zu steuern und Produkte von gleichbleibend hoher Qualität herzustellen, eint die Steuerungstechniker und Zellbiologen. Wiederholbarkeit, Sicherheit und Produktqualität spielen zusammen mit möglichst stabilen Prozessen in allen pharmazeutischen Betrieben eine herausragende Rolle. Bei der Entwicklung und Herstellung von Zell- und Gentherapien (CGT) kommen noch weitere Parameter hinzu: Wenn bspw. im Rahmen neuer Krebstherapien mit dem individuellen Ausgangsmaterial des Patienten gearbeitet wird, müssen geringste Mengen ausreichen – bei Misserfolg ist ein zweiter Versuch häufig aus medizinischen Gründen ausgeschlossen. Sensorkomponenten überwachen während der Herstellungsprozesse daher auch kleine Probenmengen kontinuierlich und automatisiert. Doch die Skalierung der Herstellungsprozesse hin zur Verfügbarkeit für mehr Patienten bleibt weiterhin eine Herausforderung.

CITplus: Herr Jobst, als Namensgeber und Gründer Ihres Unternehmens im Bereich Mikro­fluidik und -sensorik beschäftigen Sie sich damit, Ihre Sensortechnologie auf die extrem herausfordernden Anforderungen im Bereich der Zell- und Gentherapien anzupassen. Zunächst einmal, wie stellen Sie grundsätzlich fest, dass es den Zellen gut geht und sie sich wie geplant vermehren?

Gerhard Jobst: Wir lernen etwas über den Zu­stand von Zellen, indem wir uns ihre Stoffwechselparameter anschauen.

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