Während sich digitale Zwillinge in industriellen Anwendungen im Zuge von Industrie 4.0 längst etabliert haben, klafft in der Gebäudetechnik noch immer eine Lücke zwischen digitalen Produktzwillingen und umfassenden Gebäudezwillingen. Ein aktuelles Forschungsprojekt von Fraunhofer IESE, NetApp, der Universität der Bundeswehr München und Siemens schließt diese Lücke nun erstmals: Durch die Verknüpfung von Asset Administration Shell (AAS) nach IEC 63278 und Building Information Modeling (BIM) über die Plattform Building X Lifecycle Twin entsteht ein durchgängiger digitaler Gebäude-Lebenszyklus – von der Planung bis zum Betrieb.
Autoren: Max Kaupa, Senior SaaS Portfolio Manager (Building X), und Adrian Deininger, Portfolio Management (Building X), bei Siemens Smart Infrastructure, Deutschland
Meilenstein für das digitale Bauen auf Basis der Plattform Building X
Die Verknüpfung von realer und digitaler Welt in einem digitalen Zwilling setzt sich in industriellen Anwendungen zunehmend durch – Stichwort Industrie 4.0. Anders in der Gebäudetechnik, wo zwischen digitalen Produktzwillingen und umfassenden Gebäudezwillingen noch immer Lücken bestehen. Ein aktuelles Forschungsprojekt erprobt neue Wege auf Basis der Building-X-IoT-Plattform und der Software Building X Lifecycle Twin. Fraunhofer IESE, NetApp, die Universität der Bundeswehr München und Siemens setzen damit gemeinsam neue Maßstäbe: Durch die erstmalige Verknüpfung von Asset Administration Shell (AAS) und Building Information Modeling (BIM) wird die Vision eines durchgängig digitalen Gebäude-Lebenszyklus zur Praxis.
Die Verknüpfung von realer und digitaler Welt in der Gebäudetechnik ist vor allem durch fragmentierte, unvollständige und inkonsistent strukturierte Daten geprägt. Relevante Informationen zu Planung, Betrieb und Wartung liegen in heterogenen Systemen vor, oft ohne durchgängige Standards und eindeutige Identifikatoren. Dadurch entstehen Medienbrüche, manueller Pflegeaufwand und redundante Dateneingaben. Zusätzlich fehlt es an validierten Referenzarchitekturen, die physische Geräte, BIM/IFC-Modelle, operative Sensordaten und Lifecycle-Plattformen semantisch konsistent verbinden könnten.
Diese Defizite bremsen Interoperabilität, Automatisierung und vor allem die KI-gestützte Nutzung in der Betriebsphase und erhöhen die Betriebskosten signifikant. Damit stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit die Frage, wie sich digitale und reale Welt in der Gebäudetechnik verbinden lassen.
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