01.09.2026 • Technik

Hygienischer Multiprozessor ermöglicht größere Chargen in der Prozessindustrie

Eirich präsentiert auf der Powtech in Nürnberg die Weltpremiere des CleanLine C150: Der hygienisch ausgeführte One-Pot-Multiprozessor erweitert die CleanLine-Serie um eine Produktionsgröße mit 150 Litern Nutzvolumen und kombiniert Mischen, Granulieren, Coaten, Kneten und Trocknen in einer einzigen Anlage.

Neuer One-Pot-Multiprozessor kombiniert Mischen, Granulieren und Trocknen für hygienische Produktionsprozesse.

Eirich präsentiert auf der Powtech in Nürnberg vom 29. September bis 1. Oktober 2026 die Weltpremiere des CleanLine C150. Der neue Multiprozessor erweitert die Serie hygienisch ausgeführter One-Pot-Multiprozessoren des Unternehmens um eine leistungsfähige Produktionsgröße. Die Maschine richtet sich an Industriebereiche wie Lebensmittel, Spezialchemie, Kosmetik und Pharma, in denen Produkte unter hohen Hygieneanforderungen hergestellt werden.

Nach Angaben von Markus Pannig, Leiter Produktmanagement bei Eirich, erweitert die Maschine das One-Pot-Konzept auf größere Chargen und schafft damit zusätzliche Möglichkeiten für die Life-Science-Produktion, also die Herstellung pharmazeutischer und biotechnologischer Produkte. Mehrere Prozessschritte und unterschiedliche Rezepturen lassen sich demnach in einer Anlage realisieren, wodurch sich Prozesse flexibler gestalten und der Bedarf an separaten Aggregaten reduzieren lässt.

One-Pot-Verarbeitung von 150 Litern

Das seit Jahrzehnten genutzte, bewährte Wirkprinzip des Unternehmens bildet die technologische Grundlage des neuen Multiprozessors. Seine verfahrenstechnischen Möglichkeiten reichen über das reine Mischen hinaus: Unterschiedliche Grundoperationen lassen sich in einem einzigen Prozessraum kombinieren. Aus dem klassischen Intensivmischer wird damit ein One-Pot-Multiprozessor. Je nach Produkt und Rezeptur können Mischen, Dispergieren, Granulieren, Coaten, Kneten und Trocknen in derselben Maschine und innerhalb eines Batches nacheinander oder parallel durchgeführt werden. Das Produkt muss zwischen den einzelnen Prozessschritten nicht an weitere Aggregate übergeben werden.

Zusätzliche Funktionen wie Heizen, Kühlen und die Prozessführung unter Vakuum erweitern das Anwendungsspektrum. Dadurch lassen sich auch temperaturempfindliche Rohstoffe verarbeiten und komplexere Prozessabläufe innerhalb einer Maschine realisieren. Auch das gezielte Reagieren verschiedener Stoffe unter kontrollierten Prozessbedingungen ist ein gängiger Anwendungsfall. Für Anwender ergeben sich dadurch mehr Freiheiten bei Produktentwicklung und Produktionsplanung: Rezepturen und Prozessabläufe lassen sich flexibel anpassen, unterschiedliche Produkte auf derselben Anlage herstellen und zusätzliche Aggregate innerhalb der Prozesslinie reduzieren. Weniger Übergabepunkte bedeuten zugleich einen geringeren Platzbedarf, weniger Produktverluste und ein reduziertes Kontaminationsrisiko.

Ausgelegt für größere Chargen und hohe Hygieneanforderungen

Mit einem Nutzvolumen von 150 Litern ergänzt der CleanLine C150 die bestehenden Maschinengrößen der CleanLine-Familie. Während der CleanLine C5 mit 5 Litern vor allem für Entwicklungsaufgaben, Pilotanwendungen und kleine Produktionsmengen eingesetzt wird, richtet sich der C150 an Anwendungen mit größeren Chargen. Die Maschine ist für Produktionsumgebungen mit hohen Anforderungen an Hygiene, Reinigbarkeit und Produktsicherheit ausgelegt. Produktberührte Bereiche sind gut zugänglich, Schmutznester und Toträume werden konstruktiv vermieden. Komponenten lassen sich schnell demontieren und wieder montieren, wodurch sich Reinigungszeiten verkürzen und Produktwechsel beschleunigen lassen. Edelstahloberflächen sowie Materialien und Dichtungen nach den Vorgaben der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA unterstützen das Hygienic-Design-Konzept.

Anwendungsbereiche in Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie

Das Anwendungsspektrum des CleanLine C150 reicht von Lebensmittelzutaten und funktionalisierten Lebensmittelzusatzstoffen über Nutraceuticals – funktionelle Lebensmittel mit gesundheitsförderndem Zusatznutzen – und Nahrungsergänzungsmittel bis zu Kosmetik und ausgewählten Anwendungen der pharmazeutischen Industrie. Verarbeitet werden können unter anderem Aromen, Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Enzyme und weitere funktionelle Stoffe. Mögliche Prozessschritte umfassen homogenes Mischen, Mikrogranulieren, Instantisieren, Coaten und Mikroverkapseln. Dadurch lassen sich empfindliche Bestandteile schützen und Eigenschaften wie Löslichkeit, Dosierbarkeit, Fließfähigkeit, Schüttdichte oder Weiterverarbeitbarkeit gezielt einstellen. Für geeignete Produkte kann die Mischgranulation zudem eine Alternative zu Sprühturm- oder Wirbelschichtprozessen darstellen und den Bedarf an konditionierter Prozessluft, zusätzlichen Aggregaten und Übergabepunkten reduzieren. Die Partikelgrößenverteilung (PSD) lässt sich dabei variabel parametrisieren.

Im Technikum des Herstellers werden Prozessparameter gemeinsam mit Kunden anhand der Originalrohstoffe entwickelt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für mögliche Produktionsanlagen und die Übertragung auf größere Chargen. Stephan Eirich, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, beschreibt die Aufgabenstellungen der Kunden als Bandbreite von der Entwicklung neuer Produkte über die Optimierung bestehender Prozesse bis zum Scale-up – der Maßstabsvergrößerung – in die Produktion. Nach seinen Worten verbindet der Hersteller verfahrenstechnisches Wissen aus unterschiedlichen Branchen, um daraus individuelle Lösungen zu entwickeln. Der CleanLine C150 bietet den hygienischen Industrien nach Angaben des Unternehmens die Möglichkeit, Prozesse gemeinsam mit dem Hersteller weiterzuentwickeln.

Anbieter

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Maschinenfabrik G. Eirich GmbH & Co. KG

Walldürner Str. 50
74736 Hardheim
Deutschland

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