Rembe kollaboriert mit Neue Jäger Zellenradschleusen
Explosionsschutz in verfahrenstechnischen Anlagen lässt sich nicht auf einzelne Schutzkomponenten reduzieren.
Ganzheitlicher Explosionsschutz erfordert konsequente Entkopplung

Die Auslegung von Berstscheiben, flammenlosen Druckentlastungssystemen und explosionstechnischen Entkopplungseinrichtungen erfordert eine ganzheitliche Betrachtung der Anlage sowie der relevanten Prozess- und Betriebsparameter. Grundlage hierfür sind die jeweils anzuwendenden internationalen und nationalen Normen und Regelwerke.
Insbesondere bei miteinander verbundenen Apparaten, Behältern und Anlagenteilen besteht die Gefahr, dass sich eine Explosion über Rohrleitungen oder Produktströme in angrenzende Bereiche ausbreitet. Eine Druckentlastung allein verhindert diese Explosionsübertragung nicht. Neben der sicheren Ableitung von Explosionsdruck und -flammen ist daher die gezielte Entkopplung miteinander verbundener Anlagenteile ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Explosionsschutzkonzepts.
Nach dem Grundsatz „Schütze nicht, ohne zu entkoppeln“ betrachtet Rembe die Druckentlastung und die explosionstechnische Entkopplung als aufeinander abgestimmte Elemente eines Gesamtschutzkonzepts.
Zertifizierte Systeme zur explosionstechnischen Entkopplung
Mit den Systemen QV II Quenchventil, Q-Flap RX Rückschlagklappe und Q-Bic bietet Rembe nach EN 15089 zertifizierte Lösungen zur explosionstechnischen Entkopplung von Förder-, Produkt- und Absaugleitungen. Diese Systeme sind darauf ausgelegt, im Explosionsfall die Ausbreitung von Flammen und Druck in verbundene Anlagenteile zu verhindern beziehungsweise zu begrenzen.
Die Auswahl des geeigneten Entkopplungssystems ist dabei stets von der konkreten Anlagenkonfiguration und den jeweiligen Prozessbedingungen abhängig. Neben der Art des zu fördernden Produkts spielen unter anderem Leitungsgeometrie, Betriebsdruck, Fördergeschwindigkeit und die zu erwartenden Explosionskenngrößen eine entscheidende Rolle.
In bestimmten Anwendungen sind konventionelle mechanische Entkopplungssysteme jedoch nur eingeschränkt einsetzbar oder wirtschaftlich nicht sinnvoll. Dies betrifft beispielsweise die Entkopplung von Filter- und Siloauslässen sowie Prozesse, bei denen Schüttgüter drucklos und kontinuierlich gefördert werden, wie z.B. bei Elevatoren und Kettenförderern.
Zellenradschleusen als Bestandteil des Explosionsschutzkonzepts
Für diese Anwendungen können entsprechend qualifizierte und als autonome Schutzsysteme zertifizierte Zellenradschleusen eine effiziente Alternative darstellen. Neben ihrer eigentlichen Funktion zur kontrollierten Dosierung und Förderung von Schüttgütern können sie unter definierten Voraussetzungen auch eine explosionstechnische Entkopplungsfunktion übernehmen.
Im Explosionsfall kann eine entsprechend ausgelegte und zertifizierte Zellenradschleuse dazu beitragen, die Ausbreitung der Flammenfront und der Druckwelle zwischen miteinander verbundenen Anlagenteilen zu verhindern. Voraussetzung hierfür ist eine auf die jeweilige Anwendung abgestimmte Auslegung und Zertifizierung als autonomes Schutzsystem.
Damit stellen Zellenradschleusen eine wichtige Komponente innerhalb eines ganzheitlichen Explosionsschutzkonzepts dar.
Relevante Einsatzbereiche finden sich beispielsweise in der Getreide- und Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie, der Batterieproduktion sowie in Sprühtrocknungsanlagen.
Erweiterung des Rembe-Portfolios durch neue Partnerschaft
Mit Neue Jäger Maschinenbau hat Rembe einen Partner für Zellenradschleusen und kundenspezifische Lösungen gewonnen. Das Unternehmen verfügt über umfangreiche technische Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Zellenradschleusen und Sonderkonstruktionen.
Die Kombination aus der Explosionsschutzkompetenz von Rembe und der mechanischen sowie konstruktiven Expertise von Neue Jäger Maschinenbau ermöglicht die Entwicklung abgestimmter Lösungen für unterschiedliche Anlagenkonfigurationen.
Damit erweitert Rembe sein Angebot im Bereich des ganzheitlichen Explosionsschutzes um eine weitere Komponente, die insbesondere bei der Entkopplung von Schüttgutprozessen eine wichtige Funktion übernehmen kann.
Der Ansatz folgt dabei einem zentralen Prinzip des modernen Explosionsschutzes: Eine Druckentlastung schützt den betroffenen Anlagenteil – eine geeignete Entkopplung verhindert zusätzlich die Übertragung der Explosion auf verbundene Anlagenteile. Erst das Zusammenspiel beider Maßnahmen ermöglicht ein umfassendes und auf die jeweilige Anlage abgestimmtes Explosionsschutzkonzept.













