Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager

26.06.2026 - 26.06.2026

Essen

Auf der jährlich im HDT durchgeführten Tagung "Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager" erhalten die Teilnehmenden neben Erfahrungsberichten von Werkfeuerwehren aus realen Einsätzen umfangreiche Informationen zum Brandschutz rund um Tanks und Lagereinrichtungen. So wurde bei den vergangenen Tagungen beispielsweise der Einsatzbericht zur Explosion in der Raffinerie Vohburg oder auch der Tanklagerbrand in Buncefield vorgestellt. Die Einsatztaktik bei der mobilen Brandbekämpfung an Flachbodentanks und deren Auffangräume ist ein ständiges Thema. Der Brandschutz in Tank- und Gefahrgutlagern gewinnt insbesondere durch die zunehmende Lagerung eines umfangreichen Stoffportfolios immer mehr an Bedeutung. In solchen Anlagen werden häufig brennbare und entzündbare Flüssigkeiten gelagert, deren Verhalten stark vom jeweiligen Flammpunkt abhängt. Bereits geringe Zündquellen können hier zu schwerwiegenden Ereignissen führen, weshalb umfassende Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Ein zentrales Element ist ein ganzheitliches Brandschutzkonzept, das sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst. Dazu gehört unter anderem die frühzeitige Risikoanalyse durch eine fundierte Gefährdungsbeurteilung, bei der die jeweilige Gefahrenklasse der gelagerten Stoffe berücksichtigt wird. Diese Bewertung orientiert sich häufig an gesetzlichen Vorgaben wie den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), die konkrete Anforderungen an Lagerung, Kennzeichnung und Sicherheitsmaßnahmen stellen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Behältern, in denen die Stoffe gelagert werden. Diese müssen nicht nur gegen Leckagen gesichert sein, sondern auch so konstruiert werden, dass sie im Brandfall kontrolliert reagieren. Ebenso kritisch sind Entleerstellen, an denen Flüssigkeiten umgefüllt werden – hier besteht ein erhöhtes Risiko durch austretende Dämpfe und mögliche Zündquellen. Zur technischen Ausstattung moderner Anlagen zählen neben stationären Löschanlagen auch mobile Mittel wie Feuerlöscher sowie automatische Zumischsysteme, die Löschschaum exakt dosieren. Ergänzt werden diese Systeme durch innovative Technologien zur Brandfrüherkennung, etwa durch Gas-, Flammen- oder Wärmesensoren, die bereits in der Entstehungsphase eines Brandes reagieren können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die sichere Inbetriebnahme von Anlagen. Bereits in dieser Phase müssen alle sicherheitsrelevanten Systeme geprüft und dokumentiert werden, um einen störungsfreien und sicheren Betrieb zu gewährleisten. Regelmäßige Wartungen und Schulungen des Personals sind ebenfalls unerlässlich, um im Ernstfall schnell und effektiv reagieren zu können.  

Zum Thema 

Die Praxis zeigt, dass nur ein Zusammenspiel aus moderner Technik, klaren organisatorischen Abläufen und fundiertem Fachwissen einen wirksamen Schutz gewährleisten kann. Veranstaltungen und Fachseminare – wie sie beispielsweise vom Haus der Technik angeboten werden – vermitteln hierzu aktuelles Wissen und praxisnahe Lösungsansätze für Betreiber von Tank- und Gefahrgutlagern.  Für viele Unternehmen stellt die Auffrischung des Wissens bezüglich der rechtlichen Vorschriften eine besondere Herausforderung dar. Das HDT ist daher auch immer bemüht, einen Rechtsanwalt zu Wort kommen zu lassen, der über die rechtlichen Pflichten in Bezug auf Gefahrgut-Lager bzw. Tanklager aufklärt und Sie auf den neusten Stand bringt. Sie erhalten einen umfangreichen Einblick in die technischen Regeln für Anlagensicherheit. Eventuelle Neuerungen der Störfall-Verordnung sind auch ständiges Thema, genauso wie Berichte über Schaummittel, Brandschutzsysteme oder die Abschätzung des Ausmaßes und der Schwere von Störfällen. Anschließende Diskussionsrunden bieten die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und Lösungen rund um den Tanklagerschutz gemeinsam zu entwickeln. Die Veranstaltung richtet sich an alle diejenigen, die in irgendeiner Art und Weise mit der Planung, dem Bau oder dem Betrieb von Tanklägern und anderen Gefahrgutlägern sowie deren Brandschutz befasst sind. Hierbei zielt das Seminar als Informationsveranstaltung auf die Anwendbarkeit praktischer Lösungen für den Betrieb, insbesondere auf die brandschutztechnischen Vorkehrungen an Gefahrgut- und Tanklägern. In der Schulung werden Referenten aus Feuerwehren, Behörden, Ingenieurbüros und Fachfirmen von ihren Erfahrungen berichten und Lösungen aus der Praxis aufzeigen. Es wird ausführlich Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch rund um den betrieblichen Brandschutz geboten. 

Zielsetzung 

Bei der Tagung "Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager" wird aktuelles Wissen praxisnah dargestellt. Neue rechtliche Grundlagen werden komprimiert erläutert. Teilnehmende bekommen einen Überblick über brandschutztechnische Vorkehrungen an Gefahrgut- und Tanklägern sowie über die Anwendbarkeit praktischer Lösungen. Der Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen, bekannten Referenten, Ausstellern und den Teilnehmenden erleichtert das Netzwerken rund um das Thema Tanklager. Die Tagung erfüllt die Voraussetzungen der Fortbildung für Brandschutzbeauftragte nach DGUV Information 205-003, vfdb 12-09/01 bzw. VdS 3111 mit 8 Unterrichtseinheiten. 

Teilnehmerkreis 

Die Tagung richtet sich an Betreiber von Tank- und Gefahrgutlagern, Verantwortliche aus der chemischen Industrie, der Petrochemie und der Mineralölwirtschaft, Leiter bzw. Verantwortliche von Werkfeuerwehren und kommunalen Feuerwehren, Verantwortliche für den betrieblichen Brandschutz, Immissionsschutz- und Störfallbeauftragte, Brandschutzbeauftragte, Projektingenieure, Behördenvertreter, z. B. der Bezirksregierungen, Gewerbeaufsichtsämter und Brandschutzbehörden, Brandschutzprüfer, Brandschutzsachverständige sowie ausführende Fachfirmen, die mit der Planung, dem Bau und/oder dem Betrieb von Tank- und anderen Gefahrgutlägern sowie deren Brandschutz befasst sind.

Zum Veranstalter