Ethernet-APL in der Praxis: Stabiler Datentransfer vom Sensor bis zur Leitebene
Beim ersten Ethernet-APL Technology Day von R. Stahl diskutierten Experten, Hersteller und Anwender die praktischen Einsatzmöglichkeiten des Advanced Physical Layer in der Prozessautomatisierung. Im Mittelpunkt standen Eigensicherheit im Ex-Bereich, die Integration in bestehende Leitsysteme sowie Fragen zur Cybersicherheit und Wirtschaftlichkeit. Praxisberichte unter anderem von BASF unterstrichen die Alltagstauglichkeit der Technologie.
Auf dem ersten R. Stahl Ethernet-APL Technology Day präsentierten Experten Praxislösungen für Eigensicherheit, Systemintegration und Wirtschaftlichkeit

Ethernet-APL (Advanced Physical Layer) ermöglicht die digitale Datenkommunikation vom Feldgerät bis zur Leitebene über ein einziges Zweidrahtkabel – auch in explosionsgefährdeten Bereichen. Auf dem ersten Ethernet-APL Technology Day des Explosionsschutz-Spezialisten R. Stahl stellten Hersteller und Anwender Praxislösungen, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Live-Demonstrationen vor.
Praxistests, die seit 2015 durchgeführt werden, belegen die Stabilität der Technologie: Auch in Anlagen mit vielen Feldgeräten und langen Leitungswegen bleibt die Datenübertragung zuverlässig. Die Integration neuer Endgeräte beeinträchtigt den laufenden Betrieb nicht.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war die Eigensicherheit in Ex-Bereichen. Die Kombination aus Ethernet-APL und 2-WISE ermöglicht einen vereinfachten Eigensicherheitsnachweis: Vordefinierte Geräteprofile und 2-WISE-zertifizierte Geräte machen aufwendige Einzelberechnungen weitgehend überflüssig. André Fritsch demonstrierte, wie sich damit Netzwerke in Ex-Bereichen sicher und unkompliziert installieren lassen.
Siemens zeigte am Beispiel von Simatic PCS 7, wie sich Profinet over APL in bestehende Prozessleitsysteme einbinden lässt. Standardisierte Geräteprofile und Plug-and-Play-Funktionen sollen den Integrationsaufwand reduzieren. HIMA demonstrierte darüber hinaus die Einbindung von Sicherheitsprofilen wie Profisafe über Ethernet-APL.

Zur Cybersicherheit zeigten die Referenten, welche Risiken durch den Einsatz von Ethernet-Technologien in industriellen Netzwerken entstehen. Als Gegenmaßnahmen wurden Zero-Trust-Architekturen, digitale Geräteidentitäten und automatisiertes Asset-Management vorgestellt.
Wirtschaftlichkeitsstudien für Neuanlagen zeigen, dass Ethernet-APL Verkabelungsaufwand, Schaltraumfläche und Montagezeiten reduzieren kann. Praxiserfahrungen von BASF bestätigen die stabile Funktion im realen Anlagenbetrieb sowie die herstellerübergreifende Gerätekompatibilität. Eine weitere Studie zur Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb befindet sich derzeit in Arbeit.













