Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche: Pflugschar-Mischer im kontinuierlichen Einsatz
Die Pflicht zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche gilt ab 2029 – geeignete Verfahren werden noch entwickelt. Ein deutsches Technologie-Startup setzt auf einen chemischen Extraktionsprozess, bei dem Asche und Extraktionsmittel zunächst zu einem homogenen Slurry vermischt werden. Den dafür erforderlichen kontinuierlichen Pflugschar-Mischer hat Gebrüder Lödige Maschinenbau anwendungsspezifisch weiterentwickelt.
Pflugschar-Mischer für die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche

Bis 2029 müssen Betreiber von Kläranlagen und Klärschlammverbrennungsanlagen die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm beziehungsweise Klärschlammasche sicherstellen – so schreibt es die „Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung" (AbfKlärV) vor, die seit 2017 rechtsverbindlich ist. Die Pflicht greift ab einem Phosphorgehalt von 2 Prozent in der Klärschlammtrockenmasse. Geeignete verfahrenstechnische Lösungen befinden sich noch in der Entwicklung.
Einen konkreten Ansatz verfolgt ein deutsches Technologie-Startup in Zusammenarbeit mit Gebrüder Lödige Maschinenbau: Der chemische Prozess basiert auf der Zugabe eines Extraktionsmittels zur Klärschlammasche, das den Phosphor herauslöst. Der Phosphorgehalt der Asche sinkt dabei, der ausgeschwemmte Phosphor kann weiterverwendet werden. Das Extraktionsmittel wird anschließend zum Teil in den Prozess zurückgeführt.
Im ersten Prozessschritt werden Asche und Extraktionsmittel zu einem homogenen Slurry vermischt. Die Flüssigkeitszugabe muss dabei sehr exakt erfolgen; zugleich ist der Prozess auf eine spätere Skalierung in den großtechnischen Maßstab ausgelegt. Für diese Aufgabe hat der Paderborner Maschinenbauer einen Mischer anwendungsspezifisch weiterentwickelt, der im kontinuierlichen Betrieb gefahren wird.
Das Unternehmen kann bei dieser Anwendung auf eine langjährige Erfahrung in der Konditionierung von Klärschlämmen zurückgreifen. Pflugschar-Mischer werden bereits für die Aufbereitung vor der Verbrennung eingesetzt: Sie vermischen und granulieren entwässerten Klärschlamm mit getrocknetem Rückgut, dienen der Aufbereitung von Ölschlämmen und Walzzunderschlämmen sowie der Hygienisierung. Für die Kompostierung lässt sich im selben Maschinentyp Sägemehl einmischen; Speisereste und Pektinabfälle können ebenfalls eingebracht werden.
Auf der IFAT (Messe München) ist das Unternehmen in Halle A2, Stand A2.129 vertreten.















