10.12.2025 • Nachrichten
Chemisch-pharmazeutische Industrie verzeichnet Produktionsrückgang und fordert Reformen
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland blickt auf ein schwieriges Jahr zurück: Produktion und Preise sanken leicht, die Auslastung erreichte einen historischen Tiefpunkt. Der VCI fordert niedrigere Kosten, weniger Bürokratie und eine klare Industriepolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
VCI meldet für 2025 sinkende Produktion und Umsätze, warnt vor Standortverlusten und fordert bessere Rahmenbedingungen.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland hat 2025 ein weiteres schwieriges Jahr erlebt. Laut Verband der Chemischen Industrie (VCI) lagen Produktion und Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich um 0,5 % im Minus, der Gesamtumsatz sank um 1 %. Besonders die Chemieproduktion ging um 2,5 % zurück, während die Umsätze im In- und Ausland um 3 % fielen. Die Anlagenauslastung erreichte mit 70 % einen historischen Tiefpunkt, jedes zweite Unternehmen meldet fehlende Aufträge.
Die Pharmaindustrie verzeichnete zwar ein Produktionsplus von 3 % und ein Umsatzplus von über 4 %, doch die Geschäftslage ist auch hier negativ. Die Beschäftigtenzahl sank um 0,5 %, was 2.400 Stellen entspricht. Für 2026 erwartet der VCI stagnierende Produktion, in der Chemie sogar ein weiteres Minus von 1 %. Bei sinkenden Preisen und stagnierendem Output droht ein Umsatzrückgang von rund 2 %.
Branchentrends Chemie- und Pharmaindustrie

© VCI

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Eine VCI-Umfrage zeigt die angespannte Lage: 20 % der Unternehmen planen Produktionsverlagerungen oder Stilllegungen, jedes zehnte Unternehmen will Standorte schließen. Hauptgründe sind hohe Energie- und Rohstoffkosten, langsame Genehmigungsverfahren und regulatorische Unsicherheit. Hinzu kommen globale Belastungen wie chinesische Überkapazitäten, US-Zölle und geoökonomische Risiken.
VCI-Präsident Markus Steilemann fordert „vereinte Kräfte von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ und benennt sechs zentrale Handlungsfelder: Sicherung strategischer Produktionsstandorte, Förderung von Innovation, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, mutige Reformen in Energie- und Klimapolitik, eine glaubwürdige Gesamtstrategie sowie eine stärkere europäische Industriepolitik.
Für die Prozessindustrie bedeutet die aktuelle Lage steigenden Druck auf Kosten und Investitionen. Gleichzeitig sind Innovationen in Digitalisierung, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
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