Autonomie als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie – Rückblick auf die NAMUR-Hauptsitzung 2025
Die Chemieindustrie steht unter Druck: Überkapazitäten und knappe Budgets erfordern neue Ansätze. Auf der NAMUR-Hauptsitzung 2025 diskutierten Automatisierungsexperten, wie bestehende Prozessanlagen effizienter genutzt, schrittweise autonome Anlagen in Betrieb genommen und Cybersecurity sichergestellt werden können. Der Mensch bleibt dabei zentraler Erfolgsfaktor.
Autor: Dr. Etwina Gandert, Chefredakteurin CITplus
NAMUR-Hauptsitzung zeigt Wege aus dem Krisenmodus: Kosteneffizienz, Brownfield-Strategien und der Weg zur autonomen Anlage.

Die Lage der Chemieindustrie, sowohl in Deutschland als auch weltweit, ist angespannt. Überkapazitäten belasten den Markt – eine Tatsache, die die 650 Teilnehmer der NAMUR-Hauptsitzung nicht überraschte. Überraschend war jedoch die Rekordzahl an Experten aus der Industrie, die zur Konferenz kamen, und die Entschlossenheit der Branche, nicht zu resignieren, sondern kosteneffiziente Lösungen zu entwickeln. Ein Ansatz: Mit bestehender Technik im Brownfield den Weg zur autonomen Anlage ebnen. Die Referenten betonten, wie wichtig es ist, Betriebsleiter und Ingenieure von Anfang an in diesen Transformationsprozess einzubinden.
Nach der Begrüßung durch Tobias Schlichtmann (BASF) und der Vorstellung des Sponsors Krohne hielten Attila M. Bilgic und Dagmar Dirzus von Krohne die erste Keynote mit dem Titel „Future-proofing our industry: Meilensteine auf dem Weg zur autonomen Anlage“. Damit war das Leitthema der Sitzung gesetzt.
Wie der Weg aus dem Krisenmodus der Chemieindustrie gelingen kann, zeigten die Automatisierungsexperten in den folgenden Vorträgen. Ein zentrales Stichwort war Wettbewerbsfähigkeit. Olaf Abel (BASF) machte deutlich, dass Investitionen oder Schließungen davon abhängen, wie effizient bestehende Anlagen genutzt werden. Sein Credo: „Good is good enough. “ Statt in teure High-End-Messtechnik zu investieren, gelte es, die vorhandene Basisautomation besser zu nutzen und die verfügbaren Daten konsequent einzusetzen. Kosteneffizienz rückt stärker denn je in den Fokus.
Inhalt:
- NAMUR-Hauptsitzung zeigt Wege aus dem Krisenmodus: Kosteneffizienz, Brownfield-Strategien und der Weg zur autonomen Anlage.
- Effizienz neu denken und Cybersecurity im Blick behalten
- Impressionen von der NAMUR-Hauptsitzung 2025
- Im Takt der Realität: Ethernet-APL und neue Impulse für die Prozessindustrie
- Autonomie als Leitmotiv: Schrittweise Transformation und der Faktor Mensch
- NAMUR-Sponsor 2026: Pepperl+Fuchs
Weiterlesen mit kostenfreier Registrierung
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Chemie-, Pharma-, Biotech-, Lebensmittel- sowie Batterie- und Halbleiterindustrie. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf die aktuellen E-paper und pdfs von CITplus und Reinraumtechnik.
Anbieter
NAMUR - Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie e.V.c/o Bayer AG
51368 Leverkusen
Deutschland
Meist gelesen

VDI/VDE 2645 Blatt 1 E erschienen: Neue Richtlinie zur Messgerätefähigkeit in der Schraubtechnik
Eine fehlerhafte Schraubverbindung kann schwerwiegende Folgen haben – von Maschinenstillstand über Produktionsausfälle bis hin zu Sicherheitsrisiken.

Langzeitspeicherung digitaler Daten
Im Rahmen des Forschungsprojekts Labest Digital untersucht ALTER | HTV, ein Tochterunternehmen der TÜV Nord Group, die Beständigkeit digitaler Speichermedien unter realitätsnahen Belastungen.

Nutzung der Abwärme bei der Wasserstoffproduktion
Zittauer Anlage koppelt Elektrolyse und Wärmepumpe zur Wärmeauskopplung.

Daniel Schröder übernimmt Geschäftsführung der VDI-Gesellschaft Materials Engineering
Seit dem 1. September ist Daniel Schröder der neue Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Materials Engineering (VDI-GME). Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Hans-Jürgen Schäfer an.

Endress+Hauser investiert in Entwicklung am Standort Nesselwang
Endress+Hauser eröffnet Neubau in Nesselwang: 17-Millionen-Euro-Investition für Temperaturmesstechnik. Es entstehen 150 neue Arbeitsplätze.





