01.12.2025 • Nachrichten

Autonomie als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie – Rückblick auf die NAMUR-Hauptsitzung 2025

Die Chemieindustrie steht unter Druck: Überkapazitäten und knappe Budgets erfordern neue Ansätze. Auf der NAMUR-Hauptsitzung 2025 diskutierten Automatisierungsexperten, wie bestehende Prozessanlagen effizienter genutzt, schrittweise autonome Anlagen in Betrieb genommen und Cybersecurity sichergestellt werden können. Der Mensch bleibt dabei zentraler Erfolgsfaktor.

Autor: Dr. Etwina Gandert, Chefredakteurin CITplus

NAMUR-Hauptsitzung zeigt Wege aus dem Krisenmodus: Kosteneffizienz, Brownfield-Strategien und der Weg zur autonomen Anlage.

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Olaf Abel, BASF, Automatisierung und Autonomie – Schlüsselelemente der europäischen Prozessindustrie
© Gandert, CITplus

Die Lage der Chemieindustrie, sowohl in Deutschland als auch weltweit, ist angespannt. Überkapazitäten belasten den Markt – eine Tatsache, die die 650 Teilnehmer der NAMUR-Hauptsitzung nicht überraschte. Überraschend war jedoch die Rekordzahl an Experten aus der Industrie, die zur Konferenz kamen, und die Entschlossenheit der Branche, nicht zu resignieren, sondern kosteneffiziente Lösungen zu entwickeln. Ein Ansatz: Mit bestehender Technik im Brownfield den Weg zur autonomen Anlage ebnen. Die Referenten betonten, wie wichtig es ist, Betriebsleiter und Ingenieure von Anfang an in diesen Transformationsprozess einzubinden.

Nach der Begrüßung durch Tobias Schlichtmann (BASF) und der Vorstellung des Sponsors Krohne hielten Attila M. Bilgic und Dagmar Dirzus von Krohne die erste Keynote mit dem Titel „Future-proofing our industry: Meilensteine auf dem Weg zur autonomen Anlage“. Damit war das Leitthema der Sitzung gesetzt.

Wie der Weg aus dem Krisenmodus der Chemieindustrie gelingen kann, zeigten die Automatisierungsexperten in den folgenden Vorträgen. Ein zentrales Stichwort war Wettbewerbsfähigkeit. Olaf Abel (BASF) machte deutlich, dass Investitionen oder Schließungen davon abhängen, wie effizient bestehende Anlagen genutzt werden. Sein Credo: „Good is good enough. “ Statt in teure High-End-Messtechnik zu investieren, gelte es, die vorhandene Basisautomation besser zu nutzen und die verfügbaren Daten konsequent einzusetzen. Kosteneffizienz rückt stärker denn je in den Fokus.

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