Langzeitspeicherung digitaler Daten
Im Rahmen des Forschungsprojekts Labest Digital untersucht ALTER | HTV, ein Tochterunternehmen der TÜV Nord Group, die Beständigkeit digitaler Speichermedien unter realitätsnahen Belastungen. Ziel ist es, die Anforderungen des § 38 StandAG zur dauerhaften Dokumentation radioaktiver Abfälle zu erfüllen.

Das vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) initiierte Projekt Labest Digital widmet sich der Frage, wie zuverlässig digitale Speichermedien wie DVD, SSD, HDD, Mikrofilm, M-Disc und NanoFiche™ unter verschiedenen Umwelteinflüssen über lange Zeiträume hinweg funktionieren. Alter | HTV bringt dabei seine langjährige Erfahrung im Testen und Lagern elektronischer Komponenten ein.
„Unsere Expertise im Testen und Langzeitlagern elektronischer Bauteile macht uns zu einem idealen Partner für dieses Projekt“, erklärt Thomas Kuhn, Assistenz der Geschäftsleitung bei Alter | HTV. „Wir setzen spezielle Testverfahren ein, um die digitalen Speichermedien unter extremen Bedingungen wie hoher Temperatur, thermischem Schock, hoher Feuchtigkeit oder Strahlung zu belasten.“
In speziell ausgestatteten Klimakammern werden die beschriebenen Datenträger zyklischen Belastungstests unterzogen, die Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen simulieren. Zusätzlich erfolgt eine Exposition gegenüber Salzwasser, Strahlung und mechanischen Einflüssen. Nach jedem Belastungsschritt wird die Datenintegrität geprüft und die Schädigungsmerkmale analysiert, um Hinweise auf physikalische und chemische Alterungsprozesse zu gewinnen.
Besonderes Augenmerk liegt auf innovativen Technologien wie der M-Disc und NanoFiche, die potenziell über Jahrhunderte stabil bleiben könnten. Diese Medien könnten künftig eine zentrale Rolle bei der sicheren Langzeitspeicherung von Daten spielen.
Die Ergebnisse des Projekts Labest Digital sollen Mitte 2026 veröffentlicht werden und als Grundlage für die Auswahl geeigneter Speichermedien im Kontext der Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle dienen.