28.11.2025 • Nachrichten

Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik in Renningen eingeweiht

Am Ihinger Hof in Renningen wurde eine neue Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik in Betrieb genommen. Die Anlage ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Ackerflächen für Stromerzeugung und landwirtschaftliche Produktion. Forschende untersuchen auf 3.600 m2, wie sich beide Nutzungsformen miteinander verbinden lassen.

Photo
Einweihung Agri-PV-Forschungsanlage
© Universität Hohenheim / Thomas Klink

Die Photovoltaik-Module sind auf einer Stahlkonstruktion installiert, die bis zu zehn Meter hoch ist. Die Anlage verfügt über eine Nennleistung von 218 Kilowatt-Peak und erzeugt voraussichtlich rund 200.000 kWh Strom pro Jahr. Die Finanzierung erfolgte durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Staatssekretärin Sabine Kurtz weihte die Anlage offiziell ein.

Hochaufgeständerte Module ermöglichen landwirtschaftliche Nutzung

Die Konstruktion wurde so geplant, dass handelsübliche Traktoren problemlos unter den Modulen durchfahren können. Beim Bau kamen mobile Kräne und Hebebühnen mit bodenschonender Bereifung zum Einsatz. „Unser Ziel war es, die Qualität des Bodens durch die Bauarbeiten nicht zu beeinträchtigen. Ein lockeres Erdreich ist wichtig, damit der Boden Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe aufnehmen kann. Jede Verdichtung hat negative Folgen für Bodenlebewesen und Ackerpflanzen. Das wollen wir minimieren", erklärt Juniorprofessor Andreas Schweiger, Leiter des Fachgebiets Pflanzenökologie der Universität Hohenheim.
Auf Parzellen mit einer Größe von 13 mal 14 m werden verschiedene Kulturen und Sorten angebaut und verglichen, darunter Weizen, Gerste und weitere Anbaupflanzen. Die bifazialen Doppelglas-Module beschatten die Anbaufläche zu rund 30%, wobei der Beschattungsgrad je nach Standort variiert.

Mikroklima-Monitoring für präzise Datenerfassung

Die Forschungsanlage ermöglicht ein detailliertes Mikroklima-Monitoring. Erfasst werden Bodenfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Sonneneinstrahlung und Blatttemperatur. „Alle Daten stehen in Echtzeit in einer Cloud zur Verfügung und können von allen Mitgliedern unseres interdisziplinären Forschungsbereichs abgerufen werden", so Schweiger.
Ein Fokus liegt auf der Anpassung von Ackerpflanzen an veränderte Lichtbedingungen sowie auf den Auswirkungen der Beschattung auf Ertragsmenge und -qualität. „Vorangegangene Versuche auf einer Pilotanlage haben bereits gezeigt: Die Ernteeinbußen fallen in der Regel gering aus. Gleichzeitig können die PV-Module sogar für stabilere Erträge sorgen: Denn in Hitze- und Trockenperioden, die klimabedingt zunehmen, profitieren die Pflanzen von der reduzierten Sonneneinstrahlung. Darüber hinaus bieten die Module Schutz vor Extremwetterereignissen wie Starkregen oder Hagel", betont Schweiger.
Die Forschenden planen, angepasste Sorten für den Agri-PV-Anbau zu identifizieren und optimierte Fruchtfolgen zu entwickeln. 

Anbieter

Universität Hohenheim

Schloss Hohenheim 1
70599 Stuttgart
Deutschland

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