27.03.2026 • Nachrichten

Wasserstoffhochlauf in den Regionen: Neues Konzept H2Regional soll Umsetzung strukturieren

Beim Auftakttreffen der Wirtschaftsplattform H2 in Stuttgart stand ein konkretes Umsetzungskonzept im Mittelpunkt: H2Regional zeigt, wie regionale Akteure entlang der Wertschöpfungskette koordiniert werden können – von der Erzeugung über die Infrastruktur bis zur Nachfrage. Für Prozessindustrien, die nicht vollständig elektrifizieren können, gewinnt Wasserstoff damit als Transformationsoption an praktischer Relevanz.

Wasserstoffhochlauf braucht regionale Strukturen

Norbert Heuser, Landrat des Landkreises Heilbronn, Sprecher des Bundes der Wasserstoffregionen und Initiator der H2 IMPULS-Initiative beim Auftakttreffen der „Wirtschaftsplattform H2“
Norbert Heuser, Landrat des Landkreises Heilbronn, Sprecher des Bundes der Wasserstoffregionen und Initiator der H2 IMPULS-Initiative beim Auftakttreffen der „Wirtschaftsplattform H2“
© H2Regional

In Stuttgart sind mehr als 180 Wasserstoff-Fachleute zum Auftakttreffen der Wirtschaftsplattform H2 zusammengekommen. Gastgeber war der Bund der Wasserstoffregionen (BDWR). Zentrales Thema der Veranstaltung war das neue Konzept H2Regional, das zeigt, wie der Wasserstoffhochlauf in den Regionen strukturiert vorangebracht werden kann.

Das Konzept, vorgestellt von Dr. Hanno Butsch, richtet sich an einem der zentralen Hindernisse des bisherigen Hochlaufs aus: der fehlenden Verzahnung von Erzeugung, Infrastruktur, Nachfrage und Regulierung. H2Regional beschreibt, wie regionale Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammengebracht und Bedarfe gebündelt werden können. Ein sogenannter „Midstreamer" übernimmt dabei die Strukturierung und Koordination aller Beschaffungen. Ziel ist eine verlässlichere und konkretere Umsetzungsgrundlage für die Regionen.

Landrat Norbert Heuser, Sprecher des BDWR, machte die Dringlichkeit deutlich: „Es ist wichtig, dass wir jetzt in die Umsetzung kommen." Er verwies auf die energiepolitischen Entwicklungen und die Bedeutung des Wasserstoffhochlaufs für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Gerade dort, wo gasbasierte Prozeswärme weiter benötigt wird und Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt, ist Wasserstoff für viele kleine und mittlere Unternehmen eine zentrale Transformationsoption.

Dass dezentrale Strukturen dabei eine wichtige Rolle spielen können, wurde in der Diskussion mehrfach unterstrichen. Sie könnten dazu beitragen, regionale Wertschöpfung zu stärken, Investitionen vor Ort wirksam werden zu lassen und die Abhängigkeit von volatilen fossilen Energieimporten zu verringern.

Aus der Politik kamen differenzierte Signale: Hanna Schumacher, Unterabteilungsleiterin für Wasserstoff- und Gasinfrastruktur sowie Mineralölkrisenvorsorge im BMWE, machte deutlich, dass weder Bund noch Länder den Hochlauf allein finanzieren können und weitere Finanzierungsinstrumente notwendig sind. Eine vollständige Netzentgeltbefreiung für Wasserstoff wird es ihrer Einschätzung nach nicht geben.

Louise Maizières, Referatsleiterin für Wasserstoff und internationale Energiepartnerschaften bei der DIHK, betonte, dass die Wasserstoffwirtschaft vor Ort in den Regionen entstehe – und nur gelingen könne, wenn alle Ebenen eng verzahnt zusammenarbeiten. Unternehmen bräuchten vor allem Planungssicherheit, ergänzende Instrumente und einen zügigen Netzausbau. Ihr Fazit: Es fehle weniger an Erkenntnissen als an Entscheidungen.

Der Ruf nach einfachen, klaren und verlässlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen zog sich durch die gesamte Veranstaltung. Für Unternehmen in der Prozessindustrie, die ihre Wärme- und Energieversorgung langfristig planen müssen, ist diese Planungssicherheit eine Grundvoraussetzung für Investitionsentscheidung

ReinRaumTechnik

Technikwissen für Reinräume in Forschung, Wissenschaft und Industrie

Technikwissen für Reinräume in Forschung, Wissenschaft und Industrie

Im Fokus stehen neueste Entwicklungen zu Reinraumbau und -planung, Lüftungstechnik, Partikelmonitoring sowie Reinraumbekleidung und -reinigung.

CHEMonitor

Meinungsbarometer für die Chemieindustrie

Meinungsbarometer für die Chemieindustrie

Trendbarometer für die Chemie- und Pharmaindustrie. Präsentiert von CHEManager und Santiago Advisors Management-Beratung für Strategie und Organisation.

Meist gelesen