Blitzstromtragfähige Dichtungen in Flanschverbindungen: neue Norm schafft Prüfstandard
Elektrisch nicht leitfähige Dichtungen in Flanschverbindungen können den Potentialausgleich unterbrechen und bei Blitzeinschlägen gefährliche Spannungsunterschiede erzeugen. Die DIN 30691:2024-12 legt erstmals ein standardisiertes Prüfverfahren für die Blitzstromtragfähigkeit fest. IDT Industrie- und Dichtungstechnik erläutert, was das für Planung, Betrieb und Dokumentation bedeutet.
Autor: Jörg Skoda, Technischer Direktor der IDT Industrie- und Dichtungstechnik
DIN 30691 und KRITIS-Dachgesetz erhöhen den Druck, Flanschdichtungen als Sicherheitskomponente zu bewerten.

Blitzstromtragfähige Dichtungen leiten elektrische Ströme sicher ab und verhindern so bei Blitzeinschlägen gefährliche Spannungsunterschiede. Mit der DIN 30691:2024-12 gibt es erstmals ein standardisiertes Verfahren, um diese Eigenschaft normgerecht zu prüfen. Der Unterschied zwischen einer bloß leitfähigen und einer zertifiziert geprüften Dichtung wird dadurch in Planung, Betrieb und Dokumentation wichtiger – vor allem, weil Gesetze wie das KRITIS-Dachgesetz, das im März 2026 in Kraft trat, Betreiber kritischer Infrastrukturen verpflichten, selbst vermeintliche Detailkomponenten systematisch auf ihre Sicherheitsrelevanz zu bewerten.
Inhalt:
- DIN 30691 und KRITIS-Dachgesetz erhöhen den Druck, Flanschdichtungen als Sicherheitskomponente zu bewerten.
- Unterschätzte Schwachstelle im Blitzschutz
- DVGW G 491: Nachweis wird sicherheitsrelevant
- DIN 30691: Neue Norm für Prüfverfahren
- Technische Umsetzung und Prüfrealität
- Bedeutung unabhängiger Prüfungen
- Offene Fragen: Kennzeichnung und Praxis
- KRITIS-Dachgesetz: Systemisch denken
- Fazit
- Jörg Skoda
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