Saisonabhängige Prozessabwässer mit MBBR-Verfahren behandeln
Saisonale Prozessabwässer aus der pflanzlichen Rohstoffverarbeitung stellen durch stark schwankende CSB- und Stickstofffrachten hohe Anforderungen an die Abwasserbehandlung. Für den Direkteinleiter Emsland-Aller Aqua wurde am Standort Golßen eine mehrstufige Abwasserreinigungsanlage mit dreistufigem MBBR-System realisiert, die biologische und chemisch-physikalische Verfahren kombiniert und stabile Ablaufwerte gewährleistet.
Autoren: Dr. Anita Haupt, Director Process Design Global und Karl Rüdiger, Senior Team Lead Project Management Water Treatment

Mehrstufiges MBBR-Konzept zur Einhaltung strenger Einleitgrenzwerte bei wechselnden Belastungen
Als Grundlage für die Herstellung seiner Produkte nutzt der Nahrungsmittelhersteller Emsland-Aller Aqua Kartoffeln und Erbsen als Ausgangsmaterial. Die geplante Abwasserbehandlung muss daher zwei deutlich unterschiedliche Abwasserarten behandeln – mit saisonal versetztem Anfall:
- Kartoffelkampagne: August bis November
- Erbsenkampagne: Dezember bis Juli
Damit ändern sich im Jahresverlauf sowohl die organische Belastung als auch der Stickstoffgehalt und das Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis). Die Anlage muss folglich auf wechselnde Prozessbedingungen reagieren können, ohne die Ablaufqualität zu gefährden.
Für die Direkteinleitung in ein Gewässer gelten laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und Abwasserverordnung (AbwV) definierte Grenzwerte für den chemischen Sauerstoffbedarf (CSB), den Gesamtstickstoff (Nges) und den Gesamtphosphor (Pges) [*]. Besonders herausfordernd ist dabei die sichere Einhaltung der Stickstoff- und Phosphorwerte auch bei stark schwankenden Zulaufkonzentrationen. Die heterogene Zusammensetzung der Abwässer erfordert eine mehrstufige Behandlung, da Einzelverfahren weder die notwendige Prozessstabilität noch die dauerhafte Einhaltung der Grenzwerte gewährleisten können.
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