03.03.2026 • Praxisberichte

Batterierecycling – Herausforderungen Technologiepfade und Perspektiven

© malp - stock.adobe.com

Die Elektromobilität und der steigende Bedarf an Energiespeichern machen Batterierecycling zu einem zentralen Thema für die Batterieproduktion und die Ressourcenunabhängigkeit. Prof. Dr.-Ing. Sabrina Zellmer Universitäts­professorin für ­Batterie- und Brenn­stoffzellen-­Prozess­technik, Leiterin des Bereichs „Energiespeichermaterialien und Brennstoffzellen“ an der TU Braunschweig und stellvertretende Institutsleiterin und Abteilungsleiterin am Fraunhofer-­Institut für Schicht- und Ober­flächentechnik IST, beschreibt im Interview mit CITplus die größten Hürden und Perspektiven der Technologien für den deutschen Markt.

Interview mit Prof. Sabrina Zellmer

Prof. Sabrina Zellmer von der TU Braunschweig erläutert die technischen, regulatorischen und ökonomischen Hürden sowie die Rolle innovativer Recyclingverfahren für die Batteriewirtschaft.

Prof. Sabrina Zellmer, Universitäts­professorin für ­Batterie- und Brenn­stoffzellen-­Prozess­technik, Leiterin des Bereichs „Energiespeichermaterialien und Brennstoffzellen“ an der TU Braunschweig und stellvertretende Institutsleiterin und Abteilungsleiterin am Fraunhofer-­Institut für Schicht- und Ober­flächentechnik IST
Prof. Sabrina Zellmer, Universitäts­professorin für ­Batterie- und Brenn­stoffzellen-­Prozess­technik, Leiterin des Bereichs „Energiespeichermaterialien und Brennstoffzellen“ an der TU Braunschweig und stellvertretende Institutsleiterin und Abteilungsleiterin am Fraunhofer-­Institut für Schicht- und Ober­flächentechnik IST
© Fraunhofer IST

CITplus: Was sind aus heutiger Sicht die drei größten, unmittelbar lösbaren Hürden im Batterierecycling – technisch, regulatorisch und ökonomisch?

Prof. Sabrina Zellmer: Auf regulatorischer Ebene erschweren unterschiedliche internationale Vorgaben und Standards – etwa zu Recyclingquoten, Lager- und Transportbedingungen sowie Genehmigungsverfahren – eine einheitliche Umsetzung von Recyclingprozessen. Technisch stellt insbesondere die große Vielfalt an Batteriechemien eine zentrale Herausforderung dar. Sie führt zu hoher Komplexität und teilweise eingeschränkter Übertragbarkeit von Erkenntnissen zwischen unterschiedlichen Technologien. Hinzu kommen ökonomische Herausforderungen, die u. a. auf schwankende Rohstoffpreise, die unklare Menge an Altbatterien und den Anteil an Batterien zurückzuführen sind, die für einen Second Use vorgesehen sind.

Wie entwickelt sich das Input-Spektrum aktuell: Produktionsausschuss vs. echte End-of-Life-Rückläufer – und was bedeutet das für Prozesse, Erlösstrukturen und die Qualitätsstabilität?

Prof. S. Zellmer: Der Anteil an Produktionsausschüssen und „echten“ EoL-Rückläufern wird weltweit stark durch die Absatzmärkte sowie den Aufbau von Produktionskapazitäten bzw. -infrastrukturen bestimmt und unterscheidet sich je nach Zellchemie. Aktuelle Studien zeigen, dass der Anteil an Produktionsausschuss den Markt bis 2030 dominieren wird. Ab 2035 wird von einem Anteil von > 80 % EoL ausgegangen. Hierbei zeigen Studien, dass der Anteil an Rückläufern durch den Produktionsausschuss bis 2030 dominiert wird. Durch den signifikanten Anstieg an EoL-Rückläufern nach 2030, wird von einem signifikanten Anteil von > 80 % in 2035 ausgegangen[1].

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