13.04.2026 • Praxisberichte

Phosphor, Biogas, Bioplastik: Was Kläranlagen noch leisten können

Klärschlamm als Düngerrohstoff, Abwasser als Quelle für Bioplastik und Biogas: Forschende des Fraunhofer IGB erproben in Pilotprojekten, wie kommunale und industrielle Kläranlagen zu Knotenpunkten einer zirkulären Bioökonomie werden – und dabei Emissionen wie Lachgas und CO₂ reduzieren.

AUtorin: Dr.-Ing. Ursula Schließmann, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

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Das Klärwerk Ulm-Steinhäule reinigt das Abwasser von rund 440 000 Einwohnergleichwerten: Hier etablierte das Fraunhofer IGB eine Pilotanlage zur Hochlastfaulung als Vorbereitung zur großtechnischen Umsetzung.
© Fraunhofer IGB

Kreislaufwirtschaft in der Wasserwirtschaft – Forschungsprojekte des Fraunhofer IGB machen den Weg frei.

Die Wasserwirtschaft muss resilient auf Klimawandel, Umweltbelastungen und Ressourcenknappheit reagieren. Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB zeigt mit Projekten, wie Kläranlagen energieeffizient Abwasser reinigen und gleichzeitig zu Bioraffinerien werden können, die Biogas, Dünger und andere Wertstoffe erzeugen sowie Emissionen wie Lachgas und CO2 verringern. Solche Ansätze fördern Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.

Welche enorme Bedeutung die Wasserwirtschaft in Deutschland hat, wird deutlich, wenn man sich die Zahlen vor Augen hält: Laut Statistischem Bundesamt hatte sie im Jahr 2024 8,3 Mrd. m³ Abwasser und rund 1,67 Mio. t Klärschlamm zu bewältigen. Das Wasser stammt dabei größtenteils aus Kommunen und Industrie – jährlich rund 5 Mrd. m³, dazu kommen Fremd- und Niederschlagsmengen, die ebenfalls in den Wasserkreislauf eingehen.
Die zentrale Aufgabe des Wassersystems ist eine gesicherte Versorgung der Menschen im Land mit sauberem Trinkwasser und die umweltschonende Reinigung von gebrauchtem und verschmutztem Abwasser. Die großen Herausforderungen liegen dabei nicht nur in der schieren Menge des Wassers, sondern auch dem Klimawandel, veralteten Infrastrukturen, höheren Verbrauchszahlen und dadurch entstehenden Wasserkonkurrenzen sowie dem demografischen Wandel, die das System zunehmend unter Druck setzen.

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