Ionenaustauscherharze und Adsorber für schärfere Wasser-Grenzwerte
Strengere EU-Grenzwerte für Phosphor, PFAS und Mikroschadstoffe stellen Wasserversorger und Betreiber kommunaler Kläranlagen vor wachsende technische Herausforderungen. Lanxess präsentiert auf der IFAT 2026 in München seine Produktlinien Lewatit und Bayoxide als Lösungsansätze für diese regulatorischen Anforderungen.
Lösungen für PFAS, Phosphor, Mikroschadstoffe und Reinstwasser

Die neue kommunale Abwasserrichtlinie der EU (KARL, EU 2024/3019) schreibt deutlich niedrigere Grenzwerte für Phosphorverbindungen in Einleitungen vor. Für die Umsetzung setzt Lanxess auf den Eisenoxidhydroxid-Adsorber Bayoxide E IN 20 auf Basis von Goethit. In Pilotbetrieben wurden damit Ablaufwerte von maximal 0,1 mg/l Phosphor erzielt – unabhängig von der Zulaufkonzentration, wie Stefan A. Hilger, Application Technology Manager bei Lanxess, berichtet. Das Material lässt sich mit Natronlauge regenerieren; die dabei anfallenden Phosphatlösungen können als Dünger verwendet werden. Eine größere Demonstrationsanlage in den Niederlanden soll die Pilotergebnisse in Kürze bestätigen.
PFAS-Entfernung: von langkettig bis ultrakurzkettig
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts ist die Entfernung per- und polyfluorierter Alkylverbindungen (PFAS) aus Abwasser. Das monodisperse Selektivharz Lewatit MDS TP 108 kommt dabei auch bei der Entfernung von ultrakurzkettigem Trifluoracetat (TFA) zum Einsatz. Für den Trinkwasserbereich bietet das Unternehmen mit Lewatit TP 108 DW ein für den Trinkwasserkontakt zugelassenes Austauschharz an. Die kostenlos verfügbare Auslegungssoftware LewaPlus enthält ein neues „Basic Design Module", mit dem Konzentrationsparameter und Regeneriersequenzen für PFAS-Entfernungsanlagen konfiguriert werden können.
Mikroschadstoffe und Fluorid aus Abwasser entfernen
Pharmawirkstoffe, Pestizide und Tenside – sogenannte Mikroschadstoffe – müssen künftig laut KARL in einer vierten Reinigungsstufe aus kommunalem Abwasser entfernt werden. Das monodisperse Spezialharz Lewatit VP OC 1064 MD PH bindet solche organischen Verbindungen mit hoher Kapazität und lässt sich im Gegensatz zu Aktivkohle mit Methanol regenerieren, ohne nennenswerte Kapazitätsverluste. Ein Pilotversuch in einer süddeutschen Kläranlage ist geplant.
Für die Halbleiterindustrie relevant ist das Harz Lewatit MDS TP 260: Es entfernt Fluorid aus fluoridhaltigen Abwässern – etwa aus Ätzbädern – selektiv auch in Gegenwart von Sulfat und Chlorid. Das mit Aluminiumsalz beladene Harz lässt sich mit Aluminiumtrichlorid regenerieren und hält Fluoridkonzentrationen unterhalb von 1 ppm im Ablauf. Bei einem chinesischen Halbleiterproduzenten ist es bereits im Einsatz. Gegenüber Standardharzen bietet die MDS-Technologie mit ihren kleineren Polymerperlen eine höhere Kapazität; über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren können damit laut Herstellerangaben knapp 50% der Regenerierchemikalien eingespart werden.
Reinstwasser für Halbleiter, Solarzellen und PEM-Elektrolyse
Ultra Pure Water (UPW) ist in der Halbleiterfertigung, bei der Herstellung von Solarzellen und bei der PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane Electrolysis) zur Wasserstofferzeugung unverzichtbar. Die Produktfamilie Lewatit UltraPure umfasst Ionenaustauscherharze, die durch niedrige Abgabe organischer Verbindungen (TOC) und erreichbare Restleitfähigkeiten für diese Anwendungen entwickelt wurden.Lanxess ist auf der IFAT 2026 vom 4. bis 7. Mai in Halle A2, Stand 344 vertreten.
Technische Spezifikationen:
- Bayoxide E IN 20: Adsorbermaterial auf Basis von Eisenoxidhydroxid (Goethit); Ablaufwert ≤ 0,1 mg/l Phosphor; regenerierbar mit Natronlauge
- Lewatit MDS TP 108: monodisperses Selektivharz für PFAS-Entfernung inkl. ultrakurzkettiger Verbindungen (TFA)- Lewatit TP 108 DW: für Trinkwasserkontakt zugelassen; geeignet zur PFAS-Entfernung in der Trinkwasseraufbereitung
- Lewatit VP OC 1064 MD PH: monodisperses Spezialharz für Mikroschadstoffe; regenerierbar mit Methanol
- Lewatit MDS TP 260: mit Aluminiumsalz beladenes Harz; Fluoridentfernung selektiv auch in Gegenwart von Sulfat und Chlorid; Fluoridablauf < 1 ppm; ca. 50% Einsparung an Regenerierchemikalien über 5 Jahre (vs. Standardharz)
- Lewatit UltraPure: Ionenaustauscherharze für Ultra Pure Water; niedrige TOC-Abgabe; hohe Restleitfähigkeitsanforderungen
Lanxess stellt das Portfolio auf der IFAT Halle A2, Stand 344 vor.














