15.09.2021 • Nachrichten

Ernteeinbußen beeinträchtigen Mehlproduktion

Das wechselhafte, regenreiche und sonnenarme Wetter der vergangenen Monate hat starke Auswirkungen auf die Getreideernte. Dies betrifft die Qualität, welche größere Schwankungen als in den Vorjahren aufweist, als auch die geernteten Mengen vor allem von Roggen und Weizen im In- und Ausland. „Die Landwirte leisten eine enorme Arbeit, um die Ernte zu retten und die Müller tun ihr Bestes, um die Qualität des Mehls aufrecht zu erhalten“, betonte Rudolf Sagberger, Vorstandsvorsitzender des Bayerischen Müllerbundes e.V.

Zunächst verzögerte die kühle Witterung das Wachsen und Reifen des Getreides, dann sorgten die täglichen, häufig starken Regenfälle bis in den August hinein für einen bisher unbekannten späten Erntebeginn. Erst eine etwas längere warme und trockene Witterung Mitte August ermöglichte schnellere Fortschritte bei der Ernte. „In dem extrem kurzen Zeitfenster versucht die gesamte Getreidebranche, die Ernte zu retten“, sagte Sagberger. Auch die Weiterverarbeiter, die Müller, sind von den Konsequenzen der Wetterkapriolen betroffen. Als der starke Regen die Ernte verzögerte, mussten sie bspw. die ohnehin schon schmalen Getreidevorräte angreifen. Diese waren eigentlich zur qualitativ hochwertigen Überbrückung bis zur neuen Ernte vorgesehen.

Die schwächeren Qualitäten wirken sich auf die Backqualitäten und die Mehlausbeuten der Mühlen negativ aus. Gleichzeitig wurden bereits die Ernteprognosen korrigiert. So hat z. B. der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Prognose für geerntetes Getreide auf 42,9 Mio. t gesenkt. Das entspricht einem Rückgang um knapp 500.000 t im Vergleich zum Vorjahr. Auch in wichtigen Getreideanbaugebieten rund um den Globus, wie Kanada und Russland, wurden die Prognosen witterungsbedingt teils deutlich reduziert.

Offen sei noch, wie stark sich die aktuelle Weizenpreisentwicklung an den internationalen Warenbörsen mit sprunghaften Getreidepreissteigerungen zusammen mit den geringen Mehlausbeuten auf die Mehlpreise auswirken würden. Der Müllerbund warnt vor überzogenen Spekulationen auf Getreidepreise. „Eine Mehlknappheit ist trotz Anziehen der Getreidemärkte allerdings nicht zu befürchten“, so Rudolf Sagberger.

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