Röhm investiert in chemisches Recycling am Standort Worms
Am Standort Worms wird Röhm eine neu entwickelte Technologie zur Aufbereitung von chemisch recyceltem Methylmethacrylat erstmals im industriellen Maßstab eingesetzt. Die Integration in eine bestehende Anlage ermöglicht einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Polymethylmethacrylat und unterstützt den Aufbau einer europaweiten Recyclingstruktur.
Industrieller Einsatz neuer Recyclingtechnologie für PMMA
Test mit realen Post-Consumer Abfällen: Im Pilotmaßstab wurden alte Auto-Rückleuchten aus PMMA bei MyRemono depolymerisiert und am Standort Worms von Röhm zu MMA in Neuwarequalität aufgearbeitet.
Am Standort Worms wird Röhm eine selbst entwickelte Technologie zur Aufbereitung von chemisch recyceltem Methylmethacrylat erstmals im industriellen Maßstab einsetzen. Ausgangsmaterial ist Polymethylmethacrylat, das durch Depolymerisation in seine Monomere zerlegt wird. Das dabei entstehende Rohprodukt wird anschließend zu Methylmethacrylat in Neuwarequalität weiterverarbeitet. Das eingesetzte Polymer findet unter anderem Anwendung in Fahrzeugkomponenten, Medizinprodukten und technischen Bauteilen. Aufgrund seiner chemischen Struktur eignet es sich für Depolymerisationsprozesse mit Ausbeuten von über 90 %.
Die neue Technologie ist in eine bestehende Produktionsanlage integriert. Dadurch kann das recycelte Monomer ohne separate Infrastruktur in die laufende Herstellung eingebunden werden. Dies schafft die Voraussetzung für einen skalierbaren, geschlossenen Wertstoffkreislauf. Ab Sommer 2027 ist vorgesehen, das recycelte Material unternehmensweit einzusetzen, unter anderem für Produkte mit zirkulärem Materialansatz.
Recycling-Allianz für PMMA in Europa
Die Investition ist Teil einer Ende 2024 gegründeten europaweiten Recycling-Allianz für PMMA. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Endverbraucher- und End-of-Life-Materialien systematisch zu erfassen und vollständig in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Die beteiligten Partner übernehmen dabei klar definierte Aufgaben entlang der Prozesskette: Sammlung und Sortierung von jährlich rund 5 000 t Abfällen, Depolymerisation zu technischem Recyclingmonomer sowie die anschließende Aufbereitung zur Neuwarequalität am Standort Worms.
„Mit rMMA schaffen wir einen echten Kreislauf in der PMMA-Wertschöpfungskette“, sagt Lukas Dössel, Leiter Circular Economy bei Röhm. „Wir können unsere Kunden dabei unterstützen, künftige gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Das ist ein entscheidender Schritt hin zu nachhaltigen Materialströmen in Europa und einer reduzierten Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.“
Die Investition wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt. Ziel der Förderung ist es, industrielle Prozesse energie- und ressourceneffizienter zu gestalten sowie Emissionen zu senken. „Mit dieser Investition übernehmen wir Verantwortung für eine ressourcenschonende Zukunft. Wir wollen nicht nur Teil des Wandels sein – wir wollen ihn aktiv vorantreiben“, so Dössel.
Anbieter
Röhm GmbHDeutsche-Telekom-Allee 9 64295 Darmstadt Deutschland
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