Additive Fertigung gilt als vielversprechende Technologie für die chemische Verfahrenstechnik. Trotz fragmentierter Anwendung und technischer Hürden zeigen Beispiele wie X3D-Katalysatoren oder optimierte Wärmetauscher, dass AM wirtschaftlich relevante Lösungen bietet. Experten wie Dr. Kathrin Rübberdt, Dechema, und Dr. Özlem Weiss, Expertants, sehen enormes Potenzial für Effizienzsteigerung, Defossilisierung und modulare Produktionskonzepte – ein Wendepunkt mit weitreichenden Chancen.
Das Interview führte Dr. Etwina Gandert, Chefredakteurin CITplus.
Anwendungen, Herausforderungen und Perspektiven für den 3D-Druck in der Chemieindustrie
CITplus: In einem White Paper beschreiben Sie additive Fertigung als „stille Revolution“ statt einer flächendeckenden Umwälzung. Wie würden Sie den aktuellen Reifegrad der additiven Fertigung in der chemischen Industrie einschätzen?
Dr. Kathrin Rübberdt: Wir sehen die Technologie an einem interessanten Wendepunkt. Vor zehn Jahren wurde additive Fertigung als „nächste industrielle Revolution“ angekündigt; dabei wurden teilweise falsche Erwartungen geweckt. Heute ist der Ansatz deutlich realistischer. Die Technologie ist in speziellen Anwendungsfeldern ausgereift und fest etabliert, aber nicht so flächendeckend im Einsatz, wie damals vorhergesagt. Gerade in der Katalysatorentwicklung oder bei komplexen Reaktorgeometrien stellen wir einen hohen Reifegrad fest, während andere Bereiche noch am Anfang stehen.
Sie erwähnen, dass die AM-Landschaft in der Verfahrenstechnik eher „fragmentiert“ als „technologisch geschlossen“ wirkt. Was sind die Gründe für diese Fragmentierung?

Weiterlesen mit kostenfreier Registrierung
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Chemie-, Pharma-, Biotech-, Lebensmittel- sowie Batterie- und Halbleiterindustrie. Außerdem erhalten Sie regelmässig Zugriff auf die aktuellen E-paper und pdfs von CITplus und Reinraumtechnik.
Meist gelesen

PlantGPT bei BASF: KI-Assistent beschleunigt Wissenstransfer in Produktionsanlagen
PlantGPT durchsucht bei BASF anlagenspezifische Dokumente und liefert binnen Sekunden Antworten auf Basis von Echtzeitdaten. Der KI-Assistent beschleunigt Fehlersuche und Onboarding und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.

DIN 21057 Überarbeitung: Modularer Anlagenbau durch einheitliche Rohrklassen-Standards
DIN 21057 Update 2025: Neue Rohrklassen-Standards für chemischen Anlagenbau. Modulare Digitalisierung, harmonisierte EU-Normen und optimierte Anlagensicherheit für Industrie 4.0.

Das 16. Jahrestreffen der VDI Betriebsingenieure liefert Antworten auf die wichtigsten Belastungsproben der Chemieindustrie
Das 16. Jahrestreffen der Betriebsingenieure bündelt Digitalisierung, modulare Anlagenkonzepte, Datenketten, Energieeffizienz und Materialkompetenz als Antwort auf die wichtigsten Belastungsproben der Chemieindustrie.

Ethernet-APL: Wegbereiter für die digitale Feldebene
Ethernet-APL transformiert die Prozessautomatisierung: 10 Mbit/s im Ex-Bereich, einfache Installation über Zweidraht-Kabel. BASF setzt bereits Großanlagenprojekte um. Der neue Standard für die digitale Prozessindustrie.

Netzsch stellt größte Drehkolbenpumpe Tornado T1 XXLB-F vor
Netzsch Tornado T1 XXLB-F: Größte Drehkolbenpumpe mit 1.400 m³/h für Abwasser, Bergbau und Petrochemie. FSIP-Wartung ohne Ausbau, GSS-Getriebeschutz und Verschleißplatten für abrasive Medien inklusive.






