Industrielle Kälteversorgung zählt zu den großen Stromverbrauchern. Trotz technisch ausgereifter Anlagen bleiben Effizienzreserven bestehen, weil konventionelle Regelungen zeitabhängige Einflussgrößen nur begrenzt abbilden. Das Forschungsprojekt EISKIG zeigt, wie sich Kälteverbundsysteme mit strukturierter Analyse und KI Methoden betriebssicher optimieren lassen.
Autoren: Dr.-Ing. Thomas Weber, CRO, und Lars Petruschke, COO, Etalytics
Wie datenbasierte Verfahren Effizienzpotenziale in komplexen Kälteverbundsystemen erschließen
Industrielle Kälteversorgung ist einer der großen Stromverbraucher in Deutschland und der Welt. Der Industriesektor verursacht rund 22 % der Treibhausgasemissionen in der EU; für Industriekälte fallen 19 % (EU) bzw. 14 % (Deutschland) des Strombedarfs in Industrie und Gewerbe an. Es gelten hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Prozesssicherheit und Kostenstabilität. In der Praxis sind viele Anlagen technisch gut ausgelegt – dennoch bleiben Effizienzreserven ungenutzt, weil konventionelle, regelbasierte Betriebsstrategien komplexe, zeitabhängige Einflussfaktoren (Kältelast, Umgebungstemperatur, Abhängigkeiten zwischen den Anlagen) nur begrenzt abbilden. Zudem bestehen in den meisten Fällen große Unterschiede zwischen dem geplanten Betrieb des Systems und dem tatsächlichen Betrieb durch bspw. abweichende Auslastungen der Kältesysteme. Im Forschungsprojekt EISKIG (Förderkennzeichen: 03EN6012 A-F) wurde deshalb untersucht, wie sich industrielle Kälteversorgungssysteme systematisch analysieren und mit KI-gestützten Verfahren betriebssicher optimieren lassen. Die entwickelten Verfahren und Methoden wurden im Whitepaper „Analyse und Erweiterung industrieller Kälteversorgungssysteme zur Anwendung KI-gestützter Betriebsoptimierung“ dokumentiert und sind Basis dieses Beitrags.
Damit die Betriebsoptimierung vollumfänglich zum Einsatz kommen kann, müssen eine Vielzahl von technischen Herausforderungen überwunden werden. Von dieser Vielzahl werden ausgewählte Bausteine vorgestellt, welche im Rahmen des EISKIG-Projekts maßgeblich weiterentwickelt wurden:
- Potenzial bewerten (Feasibility Study),
- sicher live schalten (Fallback-Mechanismus)
und - Einsparungen belastbar nachweisen (A-B-Tests und modellierter Referenzbetrieb).
Inhalt:
Weiterlesen mit kostenfreier Registrierung
Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei und Sie erhalten vollen Zugriff auf alle exklusiven Beiträge. Mit unserem Newsletter senden wir Ihnen Top-Meldungen aus der Chemie-, Pharma-, Biotech-, Lebensmittel- sowie Batterie- und Halbleiterindustrie und rund um die Themen Reinraum, Hygiene und Steriltechnik. Außerdem erhalten Sie regelmäßig Zugriff auf die aktuellen E-paper.
Anbieter
Etalytics GmbHLeydhecker Str. 10
64293 Darmstadt
Deutschland
Meist gelesen

Industrie 2026: Acht Trends für Produktion und Wartung
KI, vernetzte Arbeitskräfte und neue Rollen prägen die Industrie 2026. Acht Trends zeigen, wie sich Produktion und Wartung verändern – und welche Aufgaben Unternehmen jetzt angehen müssen.

Großstillstand im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland in Köln-Godorf
Im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland am Standort in Köln-Godorf werden ab Anfang Oktober für rund sechs Wochen große Anlagenkomplexe außer Betrieb genommen.

Additive Fertigung in der Verfahrenstechnik: Zwischen Potenzial und Praxis
Additive Fertigung bietet der Verfahrenstechnik neue Möglichkeiten. Anwendungen wie Katalysatoren und Wärmetauscher zeigen wirtschaftliches Potenzial – trotz technischer und regulatorischer Herausforderungen.

Batterierecycling – Herausforderungen Technologiepfade und Perspektiven
Prof. Sabrina Zellmer erklärt die Herausforderungen und Technologiepfade im Batterierecycling sowie die Auswirkungen der EU-Batterieverordnung.

kjVI by VDI: 20 Jahre ChemCar-Wettbewerb
Seit 20 Jahren verbindet der ChemCar-Wettbewerb Theorie und Praxis: Studierende entwickeln chemisch angetriebene Fahrzeuge und setzen Impulse für Forschung und Nachwuchsförderung in der Verfahrenstechnik.









