Wasser als Schlüsselressource für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft und die Energiewende
Wasser ist weit mehr als ein Rohstoff – es wird zum zentralen Faktor der Energiewende. Für die Produktion von grünem Wasserstoff ist Reinstwasser unerlässlich. Moderne Entsalzungsverfahren wie Umkehrosmose und Membrandestillation ermöglichen eine energieeffiziente Aufbereitung von Meerwasser. Eine Sektorenkopplung steigert Effizienz und Nachhaltigkeit.
Andres Lucht Uribe, Dechema; Yair Morales, KIT; Jan Seemann, Dechema; Florencia Saravia, KIT; Thomas Track, Dechema

Wasser ist der stille Reichtum der Zukunft. Es dient nicht mehr nur der Sicherung von Produktion und Wohlstand, sondern entwickelt sich zunehmend zum Flaschenhals der Energiewende. Es wird zur Kühlung von Kraftwerken und auch für die Produktion von Wasserstoff und Derivaten verwendet. Für die Wasserstoffproduktion durch Wasserelektrolyse ist Reinstwasser notwendig. Bei der Auswahl der Herstellungstechnologie müssen neben den Kosten auch Faktoren wie Wasserressourcen, Produktwasserqualität, Energiebedarf, Chemikalienbedarf und Betriebsdynamik berücksichtigt werden. Eine Kopplung der Reinstwasseraufbereitung mit anderen Produktionsanlagen oder Industriesektoren kann, unter Nutzung vorhandener Abwärme, den Wirkungsgrad des Gesamtsystems erhöhen. Großskalige Projekte mit hohem Wasserverbrauch werden sich weitläufig vor allem in Küstenregionen durchsetzen lassen, da dort die erforderlichen Ressourcen in ausreichendem Maß verfügbar sind.
Bei der elektrolytischen Spaltung von Wasser entsteht Wasserstoff. In Kombination mit geeigneten Kohlenstoff- und Stickstoffquellen entstehen treibhausgasarme Energievektoren und Grundchemikalien (z. B. Methan, Methanol, Kerosin, Ammoniak) – bei Nutzung erneuerbaren Stroms gemäß RED III (Renewable Energy Directive III). Der energetisch aufwendigste Prozess hierbei ist die Produktion von Wasserstoff.
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