16.03.2026 • Praxisberichte

VDI-GVC stellt neue Beiratsmitglieder vor und stärkt fachliche Netzwerke

Die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen erweitert ihren Beirat um vier Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Industrie. Neben der strategischen Arbeit rücken auch Netzwerke, technische Richtlinien und Nachwuchsinitiativen wie ChemCar und ChemPlant stärker in den Fokus. Mit mehr als 13.000 Mitgliedern bildet die VDI‑GVC ein zentrales Forum der Verfahrenstechnik.

Autorin: Vivien Manning, VDI-GVC

Vier Fachpersonen ergänzen den GVC-Beirat und unterstützen die Weiterentwicklung von Verfahrenstechnik, Gremienarbeit und Nachwuchsförderung.

Die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC) stärkt mit der Berufung von fünf Persönlichkeiten ihre beratende Spitze – ein klarer Schritt, um die
fachliche Kompetenz im Ehrenamt zu vertiefen und gleichzeitig frischen Wind in die Nachwuchsarbeit zu bringen. Die neuen Beiräte sind: 

  • Dr. Felix Hanisch
  • Prof. Frederik Scheiff
  • Prof. Sergiy Antonyuk
  • Prof. Andrea Büttner
  • Dr. Julia Schüller


Diese zwei Expertinnen und drei Experten, deren Hintergründe sich über Wissenschaft, Lehre und Praxis erstrecken, werden künftig im GVC-Beirat mitwirken – mit dem Ziel, neue Impulse für strategische Themen, Nachwuchsförderung und Vernetzung zu setzen. Ihre individuellen Profile gewinnen so eine kanalgebende Bedeutung, die weit über das reine Fachwissen hinausreicht.

Gremiumsperspektiven im Überblick

Dr. Felix Hanisch

Dr. Felix Hanisch, Bayer
Dr. Felix Hanisch, Bayer

Dr. Felix Hanisch ist promovierter Chemieingen­ieur mit Studium in Dortmund und Lehigh (USA). Seit 2001 ist er bei Bayer tätig – mit Stationen in Prozessleittechnik und globaler Prozessautomatisierung (z. B. Covestro). Später übernahm er Verantwortung im Bereich Global Process Control Technology bei Bayer MaterialScience, dem heutigen Covestro. Seit 2023 ist er Site Lead Muttenz der Bayer CropScience Schweiz AG – in dieser Funktion verantwortet er sowohl die operative Leitung als auch die betriebliche Sicherheit der Anlage. Parallel dazu engagiert er sich intensiv in Fachverbänden: Als langjähriger Vorstand und ehemaliger Vorsitzender der NAMUR hat er maßgeblich zur Ausrichtung des Fachverbands auf Digitalisierung, Sicherheit und Nachhaltigkeit beigetragen. Für sein Engagement wurde er 2024 zum NAMUR-Ehrenmitglied ernannt.
Prof. Frederik Scheiff hat seine akademische Laufbahn mit einem Studium des Chemieingenieurwesens an der TU Dortmund begonnen. Während dieser Zeit vertiefte er sich insbesondere in die Reaktionstechnik und Energietechnik – auch im Rahmen eines Forschungsaufenthalts an der University of Cambridge, bei dem er sich mit Mikrofluidik und Mehrphasenströmungen beschäftigte. Nach seiner Zeit an der TU Dortmund sammelte er Praxiserfahrung als wissenschaftlicher Mitarbeiter, u. a. in Forschung und Entwicklung bei der BASF. Seit dem 1. Oktober 2024 leitet er am Karls­ruher Institut für Technologie (KIT) die Professur für Verfahrenstechnik chemischer Rohstoffe und Energieträger am Engler-Bunte-Institut im Bereich Chemische Energieträger und Brennstofftechnologie. Gleichzeitig übernahm er als Mitglied der Geschäftsführung Verantwortung in der DVGW-Forschungsstelle am EBI des KIT und leitete die Abteilung Vergasungstechnologie am Institut für Technische Chemie.

Prof. Frederik Scheiff

Prof. Frederik Scheiff, TU Dortmund
Prof. Frederik Scheiff, TU Dortmund

Prof. Frederik Scheiff hat seine akademische Laufbahn mit einem Studium des Chemieingenieurwesens an der TU Dortmund begonnen. Während dieser Zeit vertiefte er sich insbesondere in die Reaktionstechnik und Energietechnik – auch im Rahmen eines Forschungsaufenthalts an der University of Cambridge, bei dem er sich mit Mikrofluidik und Mehrphasenströmungen beschäftigte. Nach seiner Zeit an der TU Dortmund sammelte er Praxiserfahrung als wissenschaftlicher Mitarbeiter, u. a. in Forschung und Entwicklung bei der BASF. Seit dem 1. Oktober 2024 leitet er am Karls­ruher Institut für Technologie (KIT) die Professur für Verfahrenstechnik chemischer Rohstoffe und Energieträger am Engler-Bunte-Institut im Bereich Chemische Energieträger und Brennstofftechnologie. Gleichzeitig übernahm er als Mitglied der Geschäftsführung Verantwortung in der DVGW-Forschungsstelle am EBI des KIT und leitete die Abteilung Vergasungstechnologie am Institut für Technische Chemie.

Prof. Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk

Prof. Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk, RPTU Kaiserslautern-Landau
Prof. Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk, RPTU Kaiserslautern-Landau

Prof. Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk leitet seit 2014 den Lehrstuhl für Mechanische Verfahrenstechnik an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Er studierte an der Nationalen Technischen Universität Donezk, Ukraine, wo er 1998 seinen Bachelor in Mechanik und 1999 seinen Master in Maschinen und Apparaten der Chemie- und Baustoff­industrie erwarb. Im Jahr 2004 promovierte er am Kiewer Polytechnischen Institut im Bereich Umwelttechnik. Nach einer Post-Doc-Phase in Magdeburg wechselte er an die TU Hamburg. Zu seinen bedeutenden Erfolgen zählen der Friedrich-Löffler-Award (2013), die Ehrendoktorwürde der Nationalen Technischen Universität Donezk (2016), die Sprecherrolle im DFG-Schwerpunktprogramm „Partikel im Kontakt“ sowie die Leitung des DFG-Graduiertenkollegs „Wertstoff Abwasser (WERA)“ zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe wie Phosphor. Seit 2026 ist er Vorsitzender der Working Party on the Mechanics of Particulate Solids der European Federation of Chemical Engineering (EFCE).

Prof. Andrea Büttner

Prof. Andrea Büttner, Fraunhofer IVV
Prof. Andrea Büttner, Fraunhofer IVV

Prof. Andrea Büttner ist promovierte Lebensmittelchemikerin (LMU München, Promotion & Habilitation an der TUM in Aromaforschung) und war von 2007 bis 2019 maßgeblich am Aufbau der Abteilung Analytische Sensorik am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) beteiligt. Sie etablierte parallel an der FAU Erlangen-Nürnberg eine Arbeitsgruppe für Aromaforschung und wurde 2012 zur Professorin berufen – seit 2017 leitet sie dort den Lehrstuhl für Aroma- und Geruchsforschung. Seit April 2020 ist sie geschäftsführende Institutsleiterin des Fraunhofer IVV. Ihre Forschung fokussiert auf sensorische Analytik, Produktqualität, nachhaltige Verpackungs- und Prozesslösungen sowie Verbraucherschutz. Seit dem 1. August 2025 bekleidet sie zudem den Vorsitz im Fraunhofer-Verbund Ressourcentechnologien und Bioökonomie (VRB).

Dr. Julia Schüller

Dr. Julia Schüller, BASF
Dr. Julia Schüller, BASF

Dr. Julia Schüller studierte und promovierte Chemieingenieurwesen an der TU Dortmund. Seit 2008 ist sie bei der BASF in der Forschung in unterschiedlichen Bereichen und Funktionen tätig. Seit 2020 leitet sie den Bereich Chemicals Research in Ludwigshafen. Sie engagiert sich für den MINT-Nachwuchs und ist Jurorin bei den beiden GVC-Wettbewerben ChemPlant und ChemCar. Darüber hinaus ist Frau Schüller im Vorstand der Dechema/VDI-Fachsektion „Bildung und Innovation“. Durch ihre Besetzung gewinnt der VDI-GVC-Beirat eine starke Stimme, um Nachwuchs­initiativen weiter voranzutreiben sowie den Nachwuchs für die Gremien­arbeit zu gewinnen.



„Mit den neuen Mitgliedern im Beirat der GVC tragen wir dem Rechnung, dass viele unserer hochgeschätzten, langjährigen Experten zu den Babyboomern zählen und mittelfristig aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden werden“, sagt Vivien Manning, Geschäftsführerin der GVC. „Wir freuen uns sehr über die neuen Mitglieder und sind offen für frische Ideen.“

Vivien Manning, Geschäftsführerin, VDI-GVC

Nachwuchsförderung

ChemCar und ChemPlant im Fokus
Ein Schwerpunkt der VDI-GVC-Arbeit liegt auf der Förderung des Ingenieurnachwuchses – besonders sichtbar in den etablierten Wettbewerben ChemCar und ChemPlant.

ChemCar
Der seit 2006 jährlich stattfindende Wettbewerb wird veranstaltet von den kreativen jungen Verfahrensingenieur:innen (kjVI) gemeinsam mit VDI-GVC. Die Studierenden entwickeln ein selbst konstruiertes Fahrzeug, das allein mit Hilfe einer chemischen Reaktion eine vorgegebene Strecke möglichst präzise zurücklegt. Den Gewinner-Teams winken Preisgelder von 1.000 EUR und 2.000 EUR sowie eine exklusive Führung in einem der Sponsoren-Unternehmen. Der nächste Wettbewerb findet vom 22. bis 25. September 2026 auf der Konferenz Electrochemistry in Bayreuth statt.

ChemPlant
Der Studierendenwettbewerb mit Fokus auf Prozessplanung und Anlagenkonzeption fördert kreative technische Lösungen für aktuelle industrielle Herausforderungen. 2025 beschäftigten sich Teams bspw. mit dem effizienten Recycling von Rotorblättern aus Windkraftanlagen. Die Siegerteams werden von einer Jury aus Experten an Rande eines Kongresses ermittelt. Die drei Gewinner­teams pitchen dann noch dem Kongress-­Publikum. Auf dem Dechema-Forum vom 15. bis 17. September 2026 in Frankfurt werden die nächsten Gewinner ausgezeichnet.

Die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen

Herzstück der Verfahrenstechnik-Community
Die VDI-GVC ist eine von zwölf Fachgesell­schaften des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) mit Sitz in Düsseldorf. Sie vereint mehr als 13.000 Ingenieurinnen und Ingenieure aus den Bereichen Verfahrenstechnik und der Chemie­industrie.

Kernaufgaben der VDI-GVC:

  • Förderung fachlicher Netzwerke entlang der gesamten Wertschöpfungskette von ­Forschung bis Produktion,
  • Betreuung von Mitgliedern über drei Fachbereiche,
  • Erstellung technischer Richtlinien und ­Betreuung von technischen Gremien und Fachausschüssen,
  • Verleihung renommierter Preise an Nach­wuchsforschende für herausragende ­wissenschaftlich-technische Leistungen in der Verfahrenstechnik,
  • fachliche Organisation von Netzwerkveranstaltungen und Einbringen übergreifender Herausforderungen (z.B. Nachwuchs­förderung) im engen Schulterschluss mit der Dechema.

Organisation:

  • GVC-Beirat
  • Vorsitz: Prof. Dr. Jürgen Dahlhaus, KIT
  • Stellvertretung: Prof. Dr.-Ing. Jörg Sauer, KIT

Fachbereiche:

  • verfahrenstechnische Prozesse (GVC 01)
    Vorsitz: Dr.-Ing. Andreas Hoff, Evonik Operations, [email protected];
    Prof. Julia Riese, Uni Paderborn
  • verfahrenstechnische Anlagen (GVC 02)
    Vorsitz: Prof. Dr.-Ing. Norbert Kockmann, TU Dortmund, [email protected]; Stefanie Szmais, Merck
  • Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen (GVC 03) Vorsitz: Dr. Christian Poppe, Covestro,
    [email protected];
    Michael Weihrauch, Evonik

VDI-Regionalgruppen der Betriebsingenieure (GVC 03)

  • Bayerisches Chemiedreieck: Michael Wastl­huber, Andreas Beyer, Markus Mayerhofer
  • Mitteldeutschland: Arne Wasner, Karsten Litzendorf
  • Nord: Sven Reher, Paolo Waske
  • Rhein-Ruhr: Christian Poppe, Robert Meiers
  • Rhein-Main-Neckar: Stefan Klein, Ulf Schmeyer
  • Westfalen: Martin Wille, Stefan Hacker

Nachwuchsgruppen:

  • Young Professionals in der Chemischen Industrie
    Leitung: Vivien Manning, [email protected]
  • kjVI – kreative junge Verfahrensingenieure
    Vorsitzende: Paul Neugebauer, KIT;
    Aishe Grothjohann, RWTH Aachen
    Leitung: Vivien Manning, [email protected]

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VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC)

VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf
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