16.02.2026 • Praxisberichte

ChemPlant-Gewinner EcoSolve zeigt Mikrowellen-Solvolyse für GFK

Mit dem EcoSolve-Prozess präsentiert die TU Dresden eine Lösung für das Recycling glasfaserverstärkter Kunststoffe aus Windkraftanlagen. Das Verfahren nutzt Mikrowellen-Solvolyse, um Glasfasern und Epoxidharz chemisch zurückzugewinnen. So entstehen neue Produkte wie Sportprotektoren und ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft bei gleichzeitigem CO₂-Einsparpotenzial.

Autor: Max Uth, TU Dresden

Das TU-Dresden-Team EcoSolve entwickelt ein Verfahren zur hochwertigen Rückgewinnung von Glasfasern und Epoxidharz aus Rotorblättern ausgedienter Windkraftanlagen.

Photo
Gewinner-Teams und Juroren des ChemPlant-Wettbewerbs 2025 mit dem Gewinner­team EcoSolve, Max Uth, Alina Wolter, Lennert Bruns, Vincent Wache, Tim Redlich (Studierende der TU Dresden).
© VDI-GVC

Mit dem jährlich stattfindenden VDI‑Wettbewerb ChemPlant ­fördert die VDI-Fachgesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (GVC) den ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs und fordert Studierende heraus, nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige verfahrenstechnische Gesamtkonzepte zu entwickeln. In dieser kreativen Umgebung entstehen regelmäßig praxisnahe ­Lösungen­­
für aktuelle Industrie- und Umweltprobleme. Einen besonders weg­weisenden Ansatz präsentiert in diesem Jahr das Team EcoSolve der TU Dresden: Ihr innovatives Recyclingverfahren nutzt Mikrowellen‑­Solvolyse, um GFK‑Rotorblätter ausgedienter Windkraftanlagen hochwertig zu verwerten. Damit zeigt das Projekt eindrucksvoll, wie studentische Ideen Impulse für eine zirkuläre Verbundwerkstoffwirtschaft setzen können.

Während der Zubau an Windkraftanlagen im letzten Jahrzehnt global an Schwung gewonnen hat, erreichen die ersten Generationen der Windkraftanlagen das Ende ihrer Lebensdauer. Dies konfrontiert die Entsorgungswirtschaft mit einer massiven Herausforderung: Tausende Tonnen Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) müssen verwertet werden. Die heutigen Nutzungsmöglichkeiten, wie die thermische Verwertung oder die Verwendung als Füllstoff im Straßenbau, werden dem Materialwert und den Ansprüchen an eine echte Kreislaufwirtschaft nicht gerecht. Das Team EcoSolve der TU Dresden entwickelte im Rahmen des ChemPlant-Wettbewerbs 2025 ein nachhaltiges Verfahrenskonzept, das mittels Mikrowellen-Solvolyse nicht nur Glasfasern in hoher Qualität zurückgewinnt, sondern auch die Epoxidharz-Matrix chemisch recycelt. Damit bleiben die Materialeigenschaften weitestgehend erhalten und die Herstellung leistungsfähiger Produkte, wie bspw. Sport-Protektoren, wird ermöglicht.

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